Ripple hat sein Ziel erreicht: Die US-Behörde OCC hat der Gründung der Ripple National Trust Bank endgültig zugestimmt. Für den Stablecoin RLUSD bedeutet das eine zusätzliche Aufsichtsebene. XRP selbst reagierte am Markt kaum.
Was die Lizenz erlaubt
Die Bundesaufsicht hatte die Genehmigung bereits im Dezember 2025 bedingt erteilt, nun folgt die finale Freigabe. Die neue Bank soll die getrennten Reserven hinter RLUSD verwalten und als Sicherheitentreuhänder für die Inhaber des Stablecoins auftreten. Hinzu kommt treuhänderische Verwahrung digitaler Vermögenswerte für Unternehmenskunden.
Ausgegeben wird RLUSD weiterhin von Standard Custody & Trust Company, einer Tochter von Ripple Labs, die der New Yorker Finanzaufsicht untersteht. Der Stablecoin läuft damit künftig unter staatlicher und bundesweiter Aufsicht. Sein Marktwert liegt bei rund 2,6 Milliarden Dollar, gestartet war er im Dezember 2024.
Ripple-Chef Brad Garlinghouse sprach von einem Beleg dafür, dass Krypto und Banken besser zusammenarbeiten. Die Lizenz gebe dem Unternehmen eine stärkere Grundlage für Produkte in Zahlungsverkehr, Verwahrung und Kapitalmärkten.
Der Widerstand bleibt
Unumstritten sind die Lizenzen für Kryptofirmen nicht. Senatorin Elizabeth Warren argumentiert, die Genehmigungen verstießen gegen den National Bank Act. Die Unternehmen wollten die Pflichten einer Bank umgehen.
Erst vor wenigen Wochen zog zudem der Bankenverband Independent Community Bankers of America vor Gericht. Er bezeichnet die Charter als „Hintertür ins Bankensystem“ ohne Kapitalvorgaben und Einlagensicherung. Die Branchenlobby Digital Chamber hält dagegen und fordert die Behörde auf, die Genehmigungen zu verteidigen.
XRP bleibt ruhig
Der Kurs der Kryptowährung legte binnen 24 Stunden um 0,5 Prozent auf 1,29 Dollar zu. Damit gehörte XRP zu nur zwei Coins aus den Top Ten, die im Plus lagen. Einen Kurssprung löste die Nachricht nicht aus, zumal die Bank zunächst RLUSD und nicht den Token selbst betrifft.
Ripple will beim Start der Bank weiter mit OCC, New Yorker Aufsicht und anderen Regulierern zusammenarbeiten. Parallel setzen die USA den Stablecoin-Rahmen des GENIUS Act um. Die Klage der Bankenlobby gegen die OCC dürfte zeigen, wie belastbar die Lizenzen vor Gericht sind.
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