XRP: Netzwerkgebühren um 91,5 Prozent gefallen

Das XRP-Ledger-Update senkt Speicherbedarf, doch sinkende Netzwerkgebühren deuten auf nachlassende Transaktionsnachfrage hin.

Auf einen Blick:
  • XRPL-Upgrade auf Version 3.2.0 im Juni
  • Ripple bei DTCC-Tokenisierungsinitiative dabei
  • Netzwerkgebühren um 91,5 Prozent gefallen
  • Große Wallets stocken XRP-Bestände auf

Am 15. Juni soll das XRPL-Netzwerk auf Version 3.2.0 aktualisiert werden. Das Update bringt zwei wesentliche Änderungen: Der Kernserver wird von „rippled“ in „XRPLd“ umbenannt, und der Arbeitsspeicherbedarf der Netzwerkknoten sinkt um 30 bis 40 Prozent. Validators und Node-Betreiber müssen vor dem Aktivierungsdatum handeln. Reguläre XRP-Inhaber sind nicht betroffen.

Die Umbenennung ist mehr als Kosmetik. Sie soll die Eigenständigkeit des Ledgers gegenüber Ripple als Unternehmen unterstreichen — ein Signal an institutionelle Partner, die das Netzwerk als neutrale Infrastruktur wahrnehmen wollen.

Ripple rückt ins institutionelle Rampenlicht

Auf institutioneller Ebene läuft es für Ripple besser. Das Unternehmen nimmt an der Tokenisierungsinitiative der DTCC teil — gemeinsam mit BlackRock und JPMorgan Chase. Das Programm zielt darauf ab, traditionelle Finanzanlagen auf tokenisierte Infrastruktur zu übertragen. Der Live-Betrieb startet im Juli 2026, eine breitere Ausweitung folgt im Oktober.

Parallel dazu startet SBI Shinsei Bank in Japan einen dreimonatigen Pilotversuch. Kunden erhalten XRP als Einlagenprämie, einlösbar über SBI VC Trade. Ein dauerhafter Service soll im Herbst 2026 folgen.

ETF-Zuflüsse vs. einbrechende On-Chain-Aktivität

Das Bild bei den XRP-Spot-ETFs ist gemischt, aber insgesamt positiv. Am 9. Juni flossen netto 7,44 Millionen Dollar zu — angeführt vom Bitwise XRP ETF mit 4,97 Millionen Dollar. Die kumulierten Zuflüsse seit Auflegung erreichten Anfang Juni 1,43 Milliarden Dollar.

Die On-Chain-Realität erzählt eine andere Geschichte. Der 90-Tage-Durchschnitt der gezahlten Netzwerkgebühren fiel bis zum 9. Juni um 91,5 Prozent — von 5.900 XRP im Februar 2025 auf nur noch 500 XRP. Das ist kein technischer Effekt, sondern ein Zeichen für stark gesunkene organische Transaktionsnachfrage nach dem spekulativen Hoch. Das Realized Profit-to-Loss Ratio liegt bei 0,38: Auf jeden Dollar realisierter Gewinne kommen 2,63 Dollar Verluste.

Kein Wunder, dass der Kurs unter Druck steht. XRP notiert bei 1,11 Dollar — rund 41 Prozent unter dem Jahresanfangsniveau. Der RSI liegt bei 29, technisch im überverkauften Bereich.

Große Wallets kaufen, Retail zieht sich zurück

Nicht alle Signale zeigen nach unten. Wallets mit einem Bestand zwischen einer Million und zehn Millionen XRP haben seit Anfang Juni rund 340 Millionen Token hinzugekauft. Außerdem verließen über 25 Millionen XRP die Börsen — ein Muster, das typischerweise auf längerfristige Haltung hindeutet. Kleinere Wallets hingegen schichten ab.

Ein möglicher regulatorischer Katalysator wartet im Hintergrund: Der CLARITY Act, der XRP als Rohstoff nach US-Bundesrecht einstufen würde, passierte im Mai den Bankenausschuss des Senats. Ob das Gesetz noch vor der Augustpause verabschiedet wird, könnte die Stimmung rund um XRP entscheidend drehen.

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