XRP: Institutionelle Zuflüsse trotz schrumpfender Chancen

Symbolbild, KI-generiert

XRP-ETFs erreichen 1,68 Milliarden Dollar Zuflüsse, während die Chancen für das US-Krypto-Gesetz deutlich gesunken sind.

Auf einen Blick:
  • XRP-ETFs verbuchen 1,55 Millionen Dollar
  • Kumulierte ETF-Zuflüsse erreichen 1,68 Milliarden
  • Gesetzeshoffnungen sinken auf 16 Prozent
  • Zahlungsvolumen steigt binnen einer Woche

XRP-Anleger erleben eine ungewöhnliche Diskrepanz: Während die politischen Aussichten für ein zentrales Krypto-Gesetz einbrechen, strömt institutionelles Kapital unvermindert in die Kryptowährung.

Am Dienstag verzeichneten XRP-ETFs 1,55 Millionen Dollar an Zuflüssen und waren damit die einzigen Krypto-Spot-Fonds mit positivem Saldo an diesem Tag – alle anderen Krypto-ETFs verzeichneten entweder gar keine Bewegung oder Abflüsse. Die kumulierten Zuflüsse in XRP-ETFs erreichten damit mit 1,68 Milliarden Dollar einen neuen Höchststand.

Der aktuelle Kurs von 1,42 US-Dollar bewegt sich damit deutlich unter dem 52-Wochen-Hoch von 3,18 Dollar aus dem vergangenen Monat, doch die Marke liegt zugleich 44 Prozent über dem jüngsten Jahrestief. Die Kryptowährung hat sich seit ihrem Tiefpunkt spürbar erholt, ohne bislang an alte Höchststände heranzureichen.

Politisches Ampellicht springt auf Gelb

Der Rückenwind aus dem ETF-Markt kontrastiert scharf mit der politischen Großwetterlage in Washington. Der US-Senat hat für heute, Mittwoch, um 14:15 Uhr Ortszeit eine Anhörungsabstimmung über das CLARITY Act (H.R. 3633) angesetzt – für die weitere Beratung im Plenum ist eine Zweidrittelmehrheit von 60 Stimmen nötig.

Die Erfolgsaussichten haben sich binnen weniger Monate dramatisch eingetrübt: Die Wettquoten auf der Plattform Polymarket für ein Inkrafttreten des Gesetzes noch in diesem Jahr sind von 82 Prozent im Februar auf zuletzt 16 Prozent am 6. September abgestürzt. Galaxy Research taxierte die Wahrscheinlichkeit sogar noch niedriger, auf rund 10 Prozent.

Das Gesetz gilt als zentraler regulatorischer Baustein für die Einordnung von Kryptowährungen in den USA und würde insbesondere für Ripple und XRP mehr Rechtssicherheit schaffen. Dass der Markt die schwindenden Erfolgsaussichten bislang mit Gelassenheit quittiert, deutet darauf hin, dass Anleger die fundamentale Entwicklung des Netzwerks derzeit stärker gewichten als die politische Unsicherheit.

Netzwerk zeigt operative Stärke

Tatsächlich lieferte das XRP-Ledger zuletzt handfeste Argumente. Ripple gab Anfang September wie geplant eine Milliarde XRP im Wert von umgerechnet rund 1,38 Milliarden Dollar aus dem Treuhandbestand frei, wodurch sich der gesperrte Bestand auf 31,28 Milliarden Token reduzierte.

Der Markt verkraftete die Freigabe ohne erkennbare Verwerfungen – XRP legte im August um 28,5 Prozent zu, den stärksten August-Monat seit 2021, und erreichte zwischenzeitlich 1,70 Dollar, bevor sich der Kurs bei rund 1,42 Dollar einpendelte.

Auch auf technischer Ebene tut sich einiges. Das Amendment fixCleanup3_3_0 durchläuft nach einer Zustimmung von 82,86 Prozent der Validatoren derzeit sein zweiwöchiges Aktivierungsfenster und soll mehrere Fehler in kürzlich eingeführten DeFi-Funktionen beheben, etwa bei AMM-Auszahlungen und der Abwicklung ausfallender Kredite.

Parallel dazu könnte das größere Upgrade XRPL 3.3.0, das Privatsphäre-Funktionen, Batch-Transaktionen und subventionierte Gebühren für Unternehmenskunden mitbringt, in Kürze aktiviert werden. Ripple aktualisierte zudem die Entwickler-Bibliotheken xrpl.js und xrpl-py, damit sie die neue Ledger-Version vollständig unterstützen.

Untermauert wird das Bild einer wachsenden institutionellen Nutzung durch einen sprunghaften Anstieg des Zahlungsvolumens auf dem Ledger, das in einer einzelnen Augustwoche um 521 Prozent zulegte – getrieben von größeren, institutionell geprägten Transfers statt Privatanlegern.

Ripples eigener Stablecoin RLUSD überschritt derweil eine Marktkapitalisierung von 2,32 Milliarden Dollar und festigt damit seine Rolle als dominanter Stablecoin auf dem XRP-Ledger.

Für Anleger ergibt sich damit ein zweigeteiltes Bild: Die regulatorische Karte trübt sich ein, während operative Kennzahlen und institutionelle Mittelzuflüsse für ungebrochenes Vertrauen in die technische und geschäftliche Substanz von Ripple und XRP sprechen.

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