Starke Abflüsse bei einem Wall-Street-Riesen, ungebrochene Nachfrage im breiten Markt. Bei XRP klaffen institutionelle Strategien derzeit weit auseinander. Goldman Sachs zieht sich komplett aus den neuen Krypto-Fonds zurück. Andere Investoren füllen diese Lücke jedoch rasant auf.
Milliarden-Wette ohne Goldman
Im ersten Quartal 2026 hat Goldman Sachs alle XRP-ETF-Positionen veräußert. Ende 2025 hielt die Bank noch Anteile im Wert von rund 154 Millionen US-Dollar. Damit kontrollierte das Institut zeitweise fast drei Viertel der Bestände großer institutioneller Halter. Ein radikaler Schnitt.
Trotz dieses Rückzugs wächst der Sektor weiter. Am 20. Mai flossen den US-Spot-ETFs netto 1,48 Millionen US-Dollar zu. Das entspricht einer Verdopplung zum Vortag. Treiber sind vor allem die Fonds von Franklin Templeton und Canary. Letzterer sammelte bisher 445 Millionen US-Dollar ein.
Seit dem Start im November 2025 flossen insgesamt 1,39 Milliarden US-Dollar in die XRP-ETFs. Das verwaltete Vermögen liegt aktuell bei gut einer Milliarde US-Dollar. Analysten von Standard Chartered sehen weiteres Potenzial. Sie erwarten zusätzliche Zuflüsse in Milliardenhöhe, falls der sogenannte CLARITY Act regulatorische Sicherheit schafft.
Direkter Draht zur Notenbank
Parallel dazu öffnet sich eine neue Tür im klassischen Finanzsystem. Die US-Notenbank Federal Reserve plant spezielle Zahlungskonten für Krypto-Unternehmen. Diese sollen direkten Zugang zu Abwicklungsdiensten wie Fedwire bieten. Die Fed startete die öffentliche Anhörung dazu am heutigen 21. Mai.
Ripple gehört zu den ersten Antragstellern für einen solchen Zugang. Das geplante Einzahlungslimit liegt bei einer Milliarde US-Dollar. Für Ripple wäre dies ein massiver strategischer Vorteil. Besonders der hauseigene Stablecoin RLUSD könnte von dieser direkten Zentralbank-Anbindung profitieren. Dessen Marktkapitalisierung übersteigt bereits 1,65 Milliarden US-Dollar.
Warten auf den Ausbruch
An der Börse zeigt sich XRP derweil unbeeindruckt. Der Kurs notiert aktuell bei 1,37 US-Dollar. Damit bleibt der Coin unter der wichtigen 200-Tage-Linie von 1,70 US-Dollar. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von 27 Prozent auf der Anzeigetafel. Der Markt konsolidiert.
Die On-Chain-Datenbank Glassnode lokalisiert eine massive Hürde. Große Bestände liegen in einer Verlustzone knapp unter 1,46 US-Dollar. Diese Marke fungiert kurzfristig als harter Widerstand. Nach unten stützt das Level um 1,30 US-Dollar.
Ein nachhaltiger Ausbruch nach oben erfordert politische Impulse. Bitwise-Analysten rufen Kursziele von bis zu 4,94 US-Dollar für dieses Jahr aus. Die Bedingung dafür ist klar definiert. Der US-Senat muss den CLARITY Act vor der Sommerpause im August final verabschieden.
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