XRP: Goldman raus, Milliarde rein

Trotz Rekordzuflüssen in XRP-ETFs von über einer Milliarde Dollar verkauft Goldman Sachs seine gesamte Position. Technische Indikatoren und regulatorische Unsicherheit prägen das Bild.

Auf einen Blick:
  • Goldman Sachs liquidiert XRP-Bestände komplett
  • XRP-ETFs verzeichnen Milliarden-Zuflüsse
  • Kurs fällt unter Dreiecksformation
  • Netzwerk-Update mit voller Validator-Zustimmung

Selten liefert ein Markt so ein klares Bild widersprüchlicher Signale. Sieben Spot-XRP-ETFs in den USA verwalten zusammen rund eine Milliarde Dollar — und zwölf aufeinanderfolgende Handelstage mit Nettozuflüssen zeigen, dass institutionelles Interesse wächst. Gleichzeitig hat Goldman Sachs seine komplette XRP-ETF-Position von 154 Millionen Dollar im ersten Quartal 2026 aufgelöst.

ETF-Boom mit einem prominenten Aussteiger

Die Zahlen aus der Woche bis zum 19. Mai sind bemerkenswert: XRP-Anlageprodukte zogen 67,6 Millionen Dollar an Nettozuflüssen an — während Bitcoin-Fonds 982 Millionen Dollar verloren und Ethereum-Produkte 249 Millionen Dollar abgaben. An einem einzigen Montag flossen 25,8 Millionen Dollar in US-Spot-XRP-ETFs, der stärkste Einzeltag seit Januar. Seit dem Launch im November 2025 summieren sich die Gesamtzuflüsse auf über 1,32 Milliarden Dollar.

Goldman Sachs steht auf der Gegenseite. Die Bank hat laut ihrer 13F-Meldung für das erste Quartal 2026 sämtliche XRP-Positionen liquidiert und behandelt offenbar Bitcoin als einzigen Kryptowert mit stabiler institutioneller Qualität. Kein Wunder, dass das unter Analysten für Diskussionsstoff sorgt.

Technisches Bild und regulatorischer Ausblick

Charttechnisch hat XRP die symmetrische Dreiecksformation nach unten durchbrochen, die den Kurs drei Monate lang gestützt hatte. Der RSI liegt bei 43, was nachlassende Kaufkraft anzeigt. Der Token notiert bei rund 1,36 Dollar, der nächste Support liegt bei 1,31 Dollar. In der Korrektur hielt sich XRP mit einem Minus von 5,1 Prozent besser als Ethereum, das in der gleichen Woche 7,4 Prozent verlor.

Auf der Netzwerkseite gab es unterdessen einen seltenen Konsens: Die fixCleanup3_1_3-Amendment auf dem XRP Ledger erreichte 100-prozentige Validator-Zustimmung und soll bis zum 27. Mai aktiviert werden. Das Update behebt fünf Fehler bei NFT-Angeboten, Vault-Abhebungen und Kreditbuchungen.

Regulatorisch bleibt die CLARITY-Act-Abstimmung im US-Senat ein wichtiger Kurstreiber — ein konkreter Zeitplan fehlt jedoch. Standard Chartered sieht XRP im Basisfall bei 2,80 Dollar zum Jahresende; im bullischen Szenario mit CLARITY-Verabschiedung und kumulierten ETF-Zuflüssen von zehn Milliarden Dollar hält die Bank sogar 8 Dollar für möglich. Ob der regulatorische Rückenwind rechtzeitig kommt, um den technischen Gegenwind zu kompensieren, wird sich an der Entwicklung rund um den Support bei 1,31 Dollar ablesen lassen.

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