XRP: Gebühren um 91 Prozent eingebrochen

Trotz massiver institutioneller Zuflüsse in XRP-ETFs belasten sinkende Netzwerkaktivität und negative Stimmung den Kurs.

Auf einen Blick:
  • 1,44 Milliarden Dollar in XRP-ETFs
  • On-Chain-Gebühren um 91 Prozent gefallen
  • Marktstimmung auf Acht-Monats-Tief
  • Clarity Act im US-Senat eingebracht

Knapp 1,5 Milliarden Dollar institutionelles Kapital in US-Spot-ETFs — und trotzdem liegt XRP seit Jahresbeginn fast 40 Prozent im Minus. Das Bild, das der Token gerade zeichnet, ist widersprüchlich.

Institutionelle Käufer stützen den Kurs

Sieben US-amerikanische Spot-ETFs auf XRP verwalten inzwischen kumulierte Nettozuflüsse von 1,44 Milliarden Dollar. Allein in der jüngsten Handelssitzung flossen netto 6,75 Millionen Dollar in diese Produkte. Das reicht, um den Kurs über einer wichtigen Unterstützungszone zu halten.

XRP handelt aktuell bei rund 1,14 Dollar — ein Tagesplus von knapp vier Prozent. Das 52-Wochen-Tief von 1,05 Dollar, erreicht erst am 6. Juni, liegt nur acht Prozent entfernt. Der 200-Tage-Durchschnitt bei 1,59 Dollar ist dagegen weit weg. Analysten sehen zwischen 1,12 und 1,13 Dollar die nächste technische Hürde. Ein stabiler Tagesschluss darüber würde das kurzfristige Bild aufhellen.

On-Chain-Aktivität bricht ein

Die institutionelle Nachfrage steht einem deutlichen Signal aus dem Netzwerk gegenüber. Laut Glassnode sind die Transaktionsgebühren auf dem XRP Ledger seit Februar 2025 um mehr als 91 Prozent gefallen. Täglich fallen nur noch rund 500 XRP an Gebühren an — gegenüber zuvor durchschnittlich 5.900 XRP. Das deutet auf einen starken Rückgang der organischen Netzwerknutzung hin.

Parallel dazu hat das Stimmungsbild unter Marktteilnehmern ein Acht-Monats-Tief erreicht. Die Analyseplattform Santiment registriert weniger Diskussionen und einen höheren Anteil negativer Kommentare. Historisch galten solche Extremwerte in der Stimmung als Kontraindikator — häufig folgten Kurserholungen, wenn der Verkaufsdruck nachließ.

Regulierung als Hintergrundfaktor

Im politischen Umfeld gibt es eine potenzielle Weichenstellung. Der sogenannte „Clarity Act“ wurde Anfang Juni in den US-Senat eingebracht. Das Gesetz soll einen rechtlichen Rahmen für Zahlungs- und Utility-Token schaffen und die Zuständigkeiten zwischen den Aufsichtsbehörden klarer abgrenzen. Konkrete Auswirkungen auf XRP sind noch offen — der Gesetzgebungsprozess läuft.

Der RSI liegt bei knapp 36 und signalisiert überverkaufte Bedingungen. Hält die Unterstützung bei 1,05 Dollar, könnte der laufende Rebound weiteres Momentum aufbauen. Gibt sie nach, fehlt dem Markt vorerst ein klarer Boden.

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