XRP: Exploit erbeutet 200.000 Token

Sicherheitslücke in XRP-Brücke führt zu Token-Diebstahl. Der Kurs kämpft um die Marke von einem Dollar, während das offene Interesse an Futures steigt.

Auf einen Blick:
  • Hacker erbeuten 200.000 XRP-Token
  • Kurs kämpft um 1-Dollar-Marke
  • Futures-Interesse erreicht Rekordhoch
  • Ripple investiert in Tokenisierungs-Infrastruktur

Ein Hackerangriff auf eine Brücke zum XRP Ledger hat rund 200.000 Token erbeutet. Der Vorfall trifft XRP in einem heiklen Moment: Der Kurs kämpft gerade an der psychologisch wichtigen Marke von einem Dollar.

Eine Software-Schwachstelle erlaubte es einem Angreifer, nie getätigte Einzahlungen als echt zu verbuchen. Auf Basis dieser fiktiven Guthaben zog er dann echte Token ab. Der Schaden liegt bei etwa 200.000 US-Dollar zum aktuellen Kurs.

Der Dollar als Belastungstest

XRP notiert derzeit bei 1,01 US-Dollar. Am Dienstag fiel der Kurs an manchen Börsen kurz auf 99 Cent, bevor er sich wieder erholte. Die Erholung geriet jedoch bei etwa 1,02 US-Dollar ins Stocken.

Der Blick auf die Charttechnik zeigt, wie wenig Puffer bleibt. Das 50-Tage-Mittel liegt bei 1,08 US-Dollar, das 200-Tage-Mittel bei 1,31 US-Dollar. XRP notiert damit rund 22 Prozent unter seinem langfristigen Trend. Seit dem Jahreshoch von 3,35 US-Dollar im August 2025 hat der Token etwa 70 Prozent seines Wertes verloren.

Der Relative-Stärke-Index steht bei 37,3. Das deutet auf schwache, aber noch nicht extreme Verkaufsdynamik hin. Verglichen mit Bitcoin und dem breiteren Kryptomarkt hinkt XRP zuletzt deutlich hinterher.

Wachsende Hebelwirkung erhöht das Risiko

Parallel zum Exploit wächst ein zweites Risiko im Hintergrund: die Verschuldung im Terminmarkt. Das offene Interesse an XRP-Futures kletterte auf 2,67 Milliarden XRP, umgerechnet etwa 2,73 Milliarden US-Dollar. Das ist der höchste Stand seit Oktober vergangenen Jahres. Zu Monatsbeginn lag der Wert noch bei 2,25 Milliarden XRP.

Diese Kombination aus wachsendem Hebel und einem fragilen Kursniveau macht XRP nach Einschätzung von Marktbeobachtern anfälliger für heftige Ausschläge als Bitcoin, Ether oder Solana. Besonders rund um wichtige Wirtschaftsdaten könnte sich das bemerkbar machen.

Ripple baut Institutionsgeschäft aus

Während der Kurs schwächelt, treibt Ripple seine institutionelle Infrastruktur voran. Das Unternehmen investierte in ZILO, einen Anbieter von Technologie für tokenisierte Investmentfonds. Eine weitere Beteiligung ging an Licuido, eine in Großbritannien regulierte Plattform für digitale Vermögenssicherheiten.

Beide Kooperationen sollen Institutionen erlauben, tokenisierte Vermögenswerte über das XRP Ledger auszugeben, zu verwahren und mit dem Stablecoin RLUSD abzuwickeln. Hinzu kommt eine neue Verwendung für gewrapptes XRP: FXRP wurde als Sicherheit für RLUSD-Kredite zugelassen und ist nun in einem Kreditpool mit einem Volumen von 280 Millionen US-Dollar einsetzbar.

Die Kluft zwischen Kursschwäche und Ausbau der Infrastruktur bleibt auffällig. Der Ökosystem-Ausbau ändert kurzfristig wenig an der technischen Lage: Mit einem Abstand von nur gut zwei Prozent zum 52-Wochen-Tief bei 0,9929 US-Dollar bleibt die Marke von einem Dollar der entscheidende Prüfstein für die kommenden Handelstage.

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