XRP klebt bei 1,10 Dollar fest. Seit Wochen bewegt sich der Kurs kaum von der Stelle, während im US-Senat ein zentrales Gesetzesvorhaben ins Stocken gerät. Die Verzögerung trifft die Kryptowährung ausgerechnet in einem Moment, in dem institutionelle Anleger ohnehin das Interesse verlieren.
Senat lässt CLARITY Act liegen
Der Digital Asset Market Clarity Act sollte eigentlich klären, wo die Zuständigkeit zwischen SEC und CFTC endet. Für XRP steht viel auf dem Spiel: Das Gesetz könnte den Token offiziell als digitales Rohstoffgut einstufen. Senatsmehrheitsführer John Thune erklärte am 24. Juli, die Beratungen würden zwar bald beginnen. Vor der Sommerpause ist mit einer finalen Abstimmung aber nicht mehr zu rechnen.
Ein Streitpunkt blockiert weiterhin die Einigung. Präsident Trump hat zwar Ethikregeln unterzeichnet, die Amtsträgern Vergütungen in Digital Assets verbieten. Demokratische Abgeordnete kritisieren jedoch, dass diese Regeln bereits 2029 auslaufen. Auf der Plattform Polymarket taxieren Wetter die Wahrscheinlichkeit einer Verabschiedung noch in diesem Jahr auf etwa 43 Prozent.
ETF-Zuflüsse brechen ein
Die Unsicherheit zeigt Wirkung an der Wall Street. Spot-XRP-ETFs verzeichneten im Juli ihren schwächsten Monat seit dem Start dieser Produkte. Die Zuflüsse fielen auf 12,43 Millionen Dollar – im Mai waren es noch 131,94 Millionen Dollar, im Juni immerhin 59 Millionen Dollar.
Die sieben in den USA gehandelten Spot-ETFs verwalten zusammen rund eine Milliarde Dollar in Form von 977 Millionen XRP-Token. Laut SoSoValue kamen an den letzten drei Handelstagen der Woche bis zum 24. Juli überhaupt keine neuen Gelder mehr hinzu. Analysten vermuten, dass institutionelles Kapital derzeit lieber in Aktienmärkte und Tech-Fonds fließt.
Ripple baut Infrastruktur trotz Flaute aus
Während der Kurs stagniert, wächst das Ökosystem im Hintergrund weiter. Ripple startete am 24. Juli die Plattform „Ripple Mint“ für institutionelle Kunden. Über Web-Oberflächen oder direkte API-Anbindung können regulierte Unternehmen dort den Stablecoin RLUSD prägen, einlösen und zwischen Netzwerken bewegen.
RLUSD hat mittlerweile eine Marktkapitalisierung von 1,59 Milliarden Dollar erreicht und ist damit der neuntgrößte Dollar-Stablecoin. Eine Partnerschaft mit dem Compliance-Netzwerk Notabene bindet den Coin zusätzlich in Zahlungsflüsse zwischen Unternehmen ein – bei über 2.300 angeschlossenen Finanzinstituten.
Das XRP Ledger selbst meldet unterdessen einen neuen Meilenstein: Mehr als 8 Millionen Accounts sind mittlerweile aktiviert. Auf Binance sind die XRP-Reserven zugleich auf 2,61 Milliarden Token gefallen – der niedrigste Stand seit sechs Monaten. Sinkende Börsenbestände gelten oft als Zeichen dafür, dass Anleger Bestände in eigene Wallets verschieben, statt kurzfristig zu verkaufen.
Charttechnik bleibt neutral
Der Kurs testet derzeit eine Unterstützungszone, die sich bereits im Juni herausgebildet hat. Der 50-Tage-Durchschnitt liegt mit 1,11 Dollar nur minimal über dem aktuellen Niveau. Der RSI notiert bei 47,2 – ein neutraler Wert, der weder auf Überkauft- noch auf Überverkauft-Signale hindeutet.
Zum 52-Wochen-Hoch von 3,55 Dollar aus dem vergangenen Juli klafft weiterhin eine Lücke von knapp 69 Prozent. Näher liegt das 52-Wochen-Tief bei 1,01 Dollar, von dem XRP nur gut 8 Prozent entfernt notiert. Die Frage, in welche Richtung der nächste Ausbruch geht, dürfte sich erst mit einem klaren Auslöser beantworten – etwa einer Senatsentscheidung zum CLARITY Act oder Signalen von der nächsten Fed-Sitzung Ende Juli.
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