XRP: ETF-Zuflüsse erreichen 1,49 Milliarden Dollar

Trotz Rekordzuflüssen in XRP-ETFs und Ripples KI-Zahlungsausbau notiert der Kurs nahe seinem Jahrestief.

Auf einen Blick:
  • Starke Kapitalzuflüsse in XRP-ETFs
  • Ripple integriert KI-Zahlungsstandard x402
  • Ripple Prime verdreifacht Einnahmen
  • XRP-Kurs fällt auf 1,09 Dollar

Während frisches Geld in XRP-Fonds strömt, tritt der Kurs auf der Stelle. Genau dieser Widerspruch prägt derzeit die Lage bei der Kryptowährung.

Am 16. Juli startete T. Rowe Price seinen aktiv verwalteten Krypto-ETF „TKNZ“ an der NYSE Arca. Der Fonds hält von Beginn an XRP, mit einem Anteil von 9,37 Prozent am Portfolio. Einen Tag später kletterte diese Quote bereits auf 9,42 Prozent. Das Startvolumen lag bei rund 15 Millionen Dollar.

ETFs ziehen Kapital an

Parallel zum TKNZ-Start meldeten die bestehenden US-Spot-ETFs auf XRP einen Nettozufluss von 6,78 Millionen Dollar am 16. Juli – der stärkste Tageswert des Monats. Die kumulierten Zuflüsse dieser Produkte erreichen inzwischen 1,49 Milliarden Dollar.

Den größten Beitrag leisteten der Bitwise-XRP-ETF mit 4,41 Millionen Dollar und der Franklin-Templeton-XRP-ETF mit 2,38 Millionen Dollar. Das verwaltete Vermögen aller US-Spot-XRP-ETFs zusammen liegt bei 997,18 Millionen Dollar – knapp unter der Marke von einer Milliarde Dollar.

Ripple baut Infrastruktur für KI-Zahlungen aus

Ripple treibt parallel den Ausbau der XRP Ledger als Abwicklungsschicht für automatisierte Maschinenzahlungen voran. Das Unternehmen ist der x402 Foundation als Premier Member beigetreten, einer Initiative der Linux Foundation für offene Standards bei KI-Zahlungen. Ziel: Software-Agenten sollen Dienste, Daten und APIs eigenständig bezahlen können, ohne manuelle Freigabe.

Ripple hat den x402-Standard bereits in die XRP Ledger integriert. Transaktionen laufen sowohl über XRP als auch über den hauseigenen Stablecoin RLUSD. Die Ledger hat mittlerweile die Marke von einer Million automatisierten Transaktionen überschritten – ermöglicht durch Abwicklungszeiten von drei bis fünf Sekunden und stabile Gebühren.

Auch im institutionellen Geschäft wächst Ripple. Ripple Prime ist aus der Übernahme des Prime Brokers Hidden Road im Oktober 2025 entstanden. Die Einheit nutzt XRP Ledger und RLUSD, um Nachhandelsprozesse zu verlagern und Kosten zu senken. International-Chef Michael Higgins betont die strategische Bedeutung von Ripples Bilanz und Infrastruktur für die institutionelle Adoption digitaler Assets. Die Einnahmen von Ripple Prime haben sich seit der Übernahme im Jahresvergleich verdreifacht.

Regulatorische Klarheit trifft auf neue Unsicherheit

Im März schufen SEC und CFTC gemeinsam Klarheit. Am 17. März 2026 veröffentlichten beide Behörden eine 68-seitige Interpretationserklärung. Diese stuft XRP zusammen mit 15 weiteren großen Kryptowährungen als digitales Rohstoffgut ein, nicht als Wertpapier.

Die Anhörung zum CLARITY Act am 17. Juli brachte jedoch keinen neuen Gesetzestext. Der Kongress ließ die Marktteilnehmer damit vorerst ohne zusätzliche Klarheit zurück.

Der Kurs spiegelt diese Gemengelage wider. XRP notiert bei 1,09 Dollar, nach einem Rückgang von 8,06 Prozent im Monatsvergleich. Zum 52-Wochen-Tief fehlen nur noch 7,71 Prozent. Institutionelles Geld fließt, der Kurs bleibt in Sichtweite seines Jahrestiefs – ein Auseinanderklaffen, das sich mit der nächsten Runde regulatorischer Entscheidungen ändern könnte.

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