XRP ist am Dienstag erstmals seit rund zwei Jahren unter die psychologisch wichtige Marke von einem US-Dollar gefallen. Aktuell notiert die Kryptowährung bei 1,02 Dollar, nach einem Wochenverlust von 4,90 Prozent. Auslöser der jüngsten Talfahrt war ein Sicherheitsvorfall bei einer Drittanbieter-Brücke, der kurzzeitig Panik unter Anlegern auslöste.
Coreum-Bridge-Hack sorgt für Nervosität
Am Dienstag entwendeten Angreifer bei einem Exploit der Coreum-Bridge rund 200.000 XRP innerhalb von nur 97 Minuten. Mehrere Berichte bestätigen unabhängig voneinander, dass es sich um einen Fehler in der Bridge-Software handelte – die XRP-Ledger selbst blieb unangetastet, und Ripple war an dem Vorfall nicht beteiligt.
Dennoch reichte die Nachricht, um den bereits angeschlagenen Kurs weiter unter Druck zu setzen. Parallel dazu verschärfte sich ein breiterer Abverkauf im gesamten Kryptomarkt, der auch Bitcoin und andere Altcoins erfasste.
Charttechnisch zeigt sich das Bild angespannt: Der Kurs liegt 5,74 Prozent unter seinem 50-Tage-Durchschnitt von 1,08 Dollar, was den mittelfristigen Abwärtstrend unterstreicht. Seit Jahresbeginn steht bei XRP ein Minus von 44,57 Prozent zu Buche – ein deutliches Zeichen dafür, dass die Erholungshoffnungen vom Sommer 2025 bislang nicht erfüllt wurden.
Analysten uneins über nächste Schritte
Die Meinungen unter Marktbeobachtern gehen weit auseinander. Während ein Analyst namens Diana bei einem nachhaltigen Bruch der Marke von einem Dollar ein Kursziel von 0,86 Dollar nennt, verweisen andere auf ein technisches Kaufsignal nach der sogenannten TD-Sequential-Methode.
Kritisch bleibt die Marke von 1,06 Dollar: Ein Rückeroberung dieses Niveaus könnte laut mehreren Einschätzungen kurzfristig eine Erholung Richtung 1,35 bis 1,64 Dollar einleiten, sollte gleichzeitig ein Short-Squeeze bei den Futures einsetzen.
Tatsächlich schoss das Open Interest bei XRP-Futures im Vorfeld der US-Inflationsdaten binnen einer Stunde um 171,74 Millionen Dollar in die Höhe – ein Hinweis auf stark gestiegene Spekulation rund um die Preisrichtung.
Trotz der Kursschwäche bleiben große Anleger aktiv: Innerhalb einer Woche akkumulierten Wale rund 380 Millionen XRP im Gegenwert von etwa 400 Millionen Dollar. Dieses Verhalten deutet darauf hin, dass ein Teil des Marktes die aktuelle Schwäche als Kaufgelegenheit begreift, während kurzfristig orientierte Trader eher auf weitere Verluste setzen.
Institutionelle Anbindung mit Einschränkungen
Ripple Treasury hat seine Systeme technisch an Infrastrukturen von SWIFT, J.P. Morgan, Goldman Sachs und der London Stock Exchange Group angebunden. Über sogenannte Native Digital Asset Accounts lassen sich dort künftig XRP und der Stablecoin RLUSD neben klassischen Fiat-Währungen verwalten.
Wichtig für Anleger ist jedoch die Einschränkung: Es gibt keine Bestätigung, dass SWIFT, J.P. Morgan oder Goldman Sachs XRP tatsächlich innerhalb ihrer eigenen Zahlungssysteme einsetzen. Die Anbindung betrifft bislang vor allem Software- und Schnittstellenintegration für Treasury-Zwecke, nicht den produktiven Einsatz von XRP als Zahlungsbrücke in bestehenden SWIFT-Transaktionen.
Zusätzlich positioniert sich die XRP-Ledger zunehmend als Infrastruktur für Stablecoins. Der Krypto-Forschungsleiter von Charles Schwab, Jim Ferraioli, bezeichnete das Netzwerk als sich entwickelndes Stablecoin-Netzwerk, nachdem das RLUSD-Angebot auf der Ledger im Juni mit 801,8 Millionen Dollar das Angebot auf Ethereum von 793,1 Millionen Dollar übertroffen hatte.
Für Anleger bleibt die Gemengelage widersprüchlich: Kurzfristiger technischer Druck trifft auf langfristige Infrastrukturausbau-Nachrichten, deren tatsächliche Marktwirkung sich erst noch zeigen muss.
XRP-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue XRP-Analyse vom 12. August liefert die Antwort:
Die neusten XRP-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für XRP-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 12. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
