XRP: CLARITY Act vor Senatsvotum

Routine-Unlock von 1 Mrd. XRP belastet kaum, da Ripple den Großteil erneut sperrt. Der US-Senat und der CLARITY Act rücken als dominanter Kursfaktor in den Fokus.

Auf einen Blick:
  • Routine-Unlock von 1 Milliarde XRP
  • Ripple sperrt Großteil wieder ein
  • Senats-Abstimmung über CLARITY Act
  • Kursverlust von 43 Prozent seit Jahresbeginn

Ripple entlässt heute eine Milliarde XRP aus dem Treuhandvertrag. Das Datum ist keine Überraschung, sondern Routine: Der erste Tag jedes Monats bringt planmäßig diese Freigabe. Trotzdem schauen Anleger genau hin, denn parallel entscheidet sich in Washington gerade etwas, das für den Kurs deutlich mehr Gewicht hat.

Die Freigabe klingt größer, als sie wirkt

Beim aktuellen Kurs von 1,06 US-Dollar hat das Paket einen Wert von rund 1,08 Milliarden Dollar. Das zirkulierende Angebot von etwa 62,52 Milliarden XRP würde dadurch rechnerisch um 1,6 Prozent wachsen.

Nur passiert das in der Praxis kaum. Ripple sperrt seit Monaten den Großteil jeder Monatstranche direkt wieder ein, meist zwischen 60 und 80 Prozent. Im laufenden Jahr 2026 wanderten so im Schnitt 700 Millionen XRP pro Monat zurück in neue Sperrverträge. Effektiv kommen damit nur rund 300 Millionen XRP monatlich neu in Umlauf.

Diese Selbstbeschränkung hat aus dem einst gefürchteten Unlock-Termin ein Nicht-Ereignis gemacht. Trader beobachten den Ablauf zwar weiter, reagieren am Kurs aber kaum noch darauf.

Der Senat wird zum eigentlichen Kursfaktor

Der wichtigere Termin liegt nicht bei Ripple, sondern im US-Senat. Dort entscheidet sich das Schicksal des CLARITY Act, eines Gesetzes zur Krypto-Regulierung, das mittlerweile in fast jeder XRP-Prognose auftaucht. Manche Marktbeobachter sehen den Kurs bei einer erfolgreichen Abstimmung zwischen 1,15 und 1,25 Dollar.

Die Zahlen im Senat bleiben knapp. Für eine Weiterberatung braucht das Gesetz 60 Stimmen, die Befürworter sind kurz davor, sie zu erreichen. Zwei Senatoren, die den Entwurf im Ausschuss noch unterstützt hatten, zeigen inzwischen Zurückhaltung gegenüber der aktuellen Fassung. Eine größere Gruppe kritisiert fehlende Regeln zu Ethik, Verbraucherschutz, Geldwäscheprävention und Interessenkonflikten.

Mehrheitsführer John Thune rechnet nicht mehr damit, dass der Senat das Gesetz vor der Sommerpause verabschiedet. Er will aber zumindest den Prozess für eine Abstimmung noch anstoßen. Der Krypto-Berater des Weißen Hauses, Patrick Witt, widerspricht dieser Einschätzung und hält die erste Augustwoche weiterhin für machbar.

Scheitert ein Anlauf vor der Pause, verschiebt sich alles auf ein enges Zeitfenster im September. Dann allerdings mit lauter werdendem Wahlkampf im Rücken, der um die Aufmerksamkeit der Abgeordneten konkurriert.

Charttechnik zeigt zähe Gegenwehr

Der Kurs spiegelt diese Unsicherheit. Bei 1,06 Dollar notiert XRP knapp über der psychologisch wichtigen Marke von einem Dollar, die zuletzt mehrfach verteidigt wurde. Auf Wochensicht steht ein Rückgang von 2,55 Prozent zu Buche, der 50-Tage-Durchschnitt liegt mit 1,11 Dollar nur knapp über dem aktuellen Niveau.

Seit Jahresbeginn hat die Kryptowährung dennoch über 43 Prozent verloren. Das zeigt: Trotz der Stabilisierung der vergangenen Wochen bleibt der übergeordnete Trend angeschlagen.

Die kommenden Tage entscheiden, welches Szenario greift. Gelingt Thune noch vor der Sommerpause der Start eines Abstimmungsprozesses, bleibt die Hoffnung auf eine rasche Entscheidung erhalten. Scheitert dieser Versuch, wandert die nächste realistische Chance in den September – mit deutlich unsichererem Ausgang.

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