XRP notiert aktuell bei 1,01 US-Dollar und tritt damit seit Tagen auf der Stelle. Die Kryptowährung testet die psychologisch wichtige Ein-Dollar-Marke bereits seit acht Tagen, ohne sich klar in eine Richtung zu lösen. Auf Wochensicht steht ein Minus von 2,2 Prozent zu Buche, auf Monatssicht sind es 7,6 Prozent.
Der Blick auf die vergangenen zwölf Monate zeigt das Ausmaß des Absturzes deutlicher: Seit Jahresbeginn hat XRP 45 Prozent verloren, gegenüber dem Stand vor einem Jahr sogar 68 Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch bei 3,18 US-Dollar, erreicht am 14. September 2025, trennen den Token ebenfalls 68 Prozent.
Stimmung auf Dreimonatstief
Die Marktdaten-Analysefirma Santiment registrierte am Montag ein Rekordhoch an negativen Kommentaren zu XRP – den höchsten Wert seit drei Monaten. Der Relative-Stärke-Index auf Monatsbasis fiel auf ein Mehrjahrestief, ein Signal, das Analysten als extrem überverkauft werten.
Auch die Handelsdaten großer Börsen zeichnen ein bärisches Bild: Bei Binance kletterte das offene Interesse an XRP-Futures zwischen dem 3. und 17. August um 28,6 Prozent auf 232,7 Millionen US-Dollar, während sowohl der Perpetual- als auch der Spot-CVD deutlich ins Minus drehten. Whale-Einzahlungen sanken auf den niedrigsten Drei-Monats-Durchschnitt seit 2021.
Auf der ETF-Seite zeigt sich ein ähnliches Bild: Die Zuflüsse in XRP-Fonds brachen laut Marktbeobachtern um 96 Prozent ein. Gleichzeitig meldeten institutionelle Adressen wie Wells Fargo und Jane Street in ihren jüngsten 13F-Offenlegungen weiterhin Positionen in XRP-ETFs, wenn auch in überschaubarem Umfang.
Diese Gemengelage – schwache Privatanleger-Nachfrage bei gleichzeitig stabilem institutionellem Interesse – dürfte den Seitwärtstrend weiter befeuern.
Politische Weichenstellung im Fokus
Die eigentliche Kernfrage für XRP-Anleger richtet sich derzeit weniger auf Charttechnik als auf Washington. Am morgigen Mittwoch trifft sich US-Präsident Trump mit Spitzenvertretern der Kryptobranche im Weißen Haus, darunter Ripple, Coinbase, Nasdaq, NYSE und die Depository Trust & Clearing Corporation.
SEC-Chef Paul Atkins und der amtierende CFTC-Vorsitzende Michael Selig werden ebenfalls erwartet, einen Tag vor einer Sitzung des CFTC Innovation Advisory Committee.
Überschattet wird das Treffen von schwindenden Erwartungen an den CLARITY Act, das zentrale Regulierungsgesetz für digitale Assets. Galaxy Research senkte die Wahrscheinlichkeit einer Verabschiedung im laufenden Jahr von zuvor 75 Prozent im Mai auf nur noch 10 Prozent.
Als Gründe nennt das Analysehaus ungelöste Streitpunkte bei Ethikregeln, Stablecoin-Verzinsung und Entwicklerschutz sowie einen bislang fehlenden Abstimmungstermin im Senat. Die Abstimmung selbst ist für den 15. September angesetzt, dem Senat blieben danach nur zwei bis drei Wochen Zeit.
Parallel dazu spricht Ripple-Chef Brad Garlinghouse am Dienstag beim Wyoming Blockchain Symposium, wo neben SEC-Chef Atkins auch die Senatoren Tim Scott und Cynthia Lummis erwartet werden.
Ripple treibt Produktentwicklung voran
Abseits der Politik bleibt Ripple operativ aktiv. Am Montag mintete das Unternehmen erneut 10 Millionen RLUSD auf dem XRP Ledger, womit die zirkulierende Versorgung des Stablecoins auf 1,711 Milliarden Einheiten stieg.
Zudem ist mit Version 3.3.0 des Ledgers eine neue Datenschutzfunktion namens Confidential MPT verfügbar, die Token-Bestände und Transferbeträge verschlüsselt, während Konten sichtbar bleiben – vorausgesetzt, 80 Prozent der Validatoren stimmen über zwei Wochen zu.
Der Vermögensverwalter VanEck sieht im XRP Ledger zudem ein Marktpotenzial von bis zu 45 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz bis 2030, verteilt auf grenzüberschreitende Zahlungen, Abwicklung und Verbriefung. Für die kurzfristige Kursentwicklung dürfte jedoch das Ergebnis des morgigen Treffens im Weißen Haus die entscheidendere Rolle spielen.
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