Analyst ChartNerd warnt heute vor einem möglichen Rückgang von XRP Richtung 1 US-Dollar. Auslöser ist der Schluss der Vorwoche unter dem 20-Wochen-Durchschnitt. Zugleich deuten Bewertungsdaten auf nachlassenden Verkaufsdruck hin. Für Anleger ergibt sich daraus noch kein bestätigter Boden: Eine Erholung braucht sowohl technische Stärke als auch anhaltende Nachfrage am Kassamarkt.
Die beiden Einschätzungen widersprechen sich nicht zwingend. Eine günstigere Bewertung kann entstehen, während der Kurs weiter fällt. Entscheidend ist deshalb die Unterscheidung zwischen einer möglichen Voraussetzung für eine Stabilisierung und einem tatsächlich bestätigten Aufwärtssignal.
ChartNerd knüpft Erholung an Bedingungen
Nach Einschätzung von ChartNerd erhöhen weitere Wochenschlüsse unter dem genannten Durchschnitt das Abwärtsrisiko. Für ein positiveres Szenario müsste XRP dagegen 1,33 US-Dollar zurückerobern und dieses Niveau halten. Dann könnte sich zunächst Spielraum bis 1,50 US-Dollar eröffnen.
Das Halten der Marke ist dabei ebenso wichtig wie ihr Überschreiten. Der Analyst beschreibt ausdrücklich ein bedingtes Szenario und keine sichere Kursentwicklung. Ein kurzfristiger Anstieg allein würde seine Anforderung an eine belastbare Erholung daher noch nicht erfüllen.
Als anschließenden Zielbereich nennt ChartNerd 1,80 bis 2 US-Dollar. Der aktuelle Kurs von 1,34 USD liegt zwar über seiner ersten Schwelle. Ob XRP diese dauerhaft behaupten kann, ist damit aber nicht entschieden.
Die technische Aussage bleibt somit zweigeteilt: Auf der Oberseite gibt es mögliche Erholungsziele. Auf der Unterseite mahnt der schwache Wochenschluss zur Vorsicht. Beide Seiten hängen von Bedingungen ab, deren Erfüllung nicht feststeht.
Bewertungsdaten liefern nur ein vorsichtiges Gegengewicht
Die sogenannte MVRV-Kennzahl über 365 Tage liegt bei etwa 0,92. Damit befinden sich Käufer des vergangenen Jahres im Durchschnitt rund 8 % im Verlust. Santiment zufolge geht eine solche Konstellation häufig mit nachlassendem Verkaufsdruck einher.
Eine Tiefstmarke garantiert das Analysehaus damit ausdrücklich nicht. Für eine tragfähige Erholung bleibt anhaltende Spotnachfrage nötig. Die Kennzahl liefert also einen Hinweis auf mögliche Entspannung, ersetzt aber weder Kaufinteresse noch eine Verbesserung der Chartstruktur.
Zusätzliche Vorsicht legt die Positionierung an den Derivatemärkten nahe. Glassnode zufolge liegen mehr als 40 % der großen Altcoins nahe ihren jährlichen Hebelspitzen. Das ist eine marktweite Beobachtung und kein ausschließlich auf XRP bezogener Befund.
Liquidationen könnten Bewegungen dennoch verstärken. Für XRP lautet die entscheidende Einordnung deshalb: Die Bewertungsdaten machen eine Bodenbildung denkbar, bestätigen sie jedoch nicht. Solange Nachfrage und technische Stabilisierung fehlen, bleibt ChartNerds Abwärtsszenario neben der Erholungschance bestehen.
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