XRP: Ausbruch trifft Politik

XRP durchbricht charttechnischen Widerstand, während der CLARITY Act im US-Senat eine wichtige Hürde nimmt. Beide Entwicklungen könnten den Token beflügeln.

Auf einen Blick:
  • Ausbruch aus enger Handelsspanne
  • Short-Liquidationen von drei Millionen Dollar
  • CLARITY Act passiert Ethik-Klausel
  • Senatsabstimmung als nächste Hürde

Zwei Dinge passieren bei XRP gerade gleichzeitig, und beide könnten sich gegenseitig verstärken. Der Kurs hat ein monatelanges Muster verlassen, während in Washington ausgerechnet die Klausel fällt, die den Kryptomarkt seit Wochen blockierte. Das ist selten – meist bewegt nur eines von beidem den Kurs.

Der Ausbruch aus dem Dreieck

Seit Mitte Juni steckte XRP in einer immer engeren Handelsspanne fest, begrenzt von einem fallenden Hoch bei 1,29 Dollar und einer Serie steigender Tiefs. Am 21. Juli durchbrachen Käufer die Widerstandslinie bei 1,13 Dollar und schoben den Kurs auf 1,14 Dollar. Der Ausbruch löste Short-Liquidationen von fast drei Millionen Dollar aus und hob die Marktkapitalisierung auf 68 Milliarden Dollar – unter den fünfzig größten Kryptowerten war XRP damit einer der stärksten Performer der Woche.

Die nächste Hürde liegt bei 1,18 Dollar, wo eine frühere Rally im Juli bereits gestoppt wurde. Hält das Volumen den Schwung, sehen Analysten Potenzial bis 1,35 Dollar. Für eine nachhaltige Bodenbildung müsste XRP allerdings die 1,29-Dollar-Marke zurückerobern. Rutscht der Kurs dagegen unter 1,05 Dollar, dürfte der Ausbruch als Fehlsignal gelten – mit Abwärtsrisiko bis in Richtung 0,90 Dollar.

CLARITY Act nimmt Hürde

Parallel zum Chartbild bewegt sich etwas auf regulatorischer Ebene. Eine Ethik-Klausel, die monatelang als letztes Hindernis für den CLARITY Act galt, hat offenbar grünes Licht erhalten – nachdem sich die Senatoren Lummis und Moreno zuvor auf einen gemeinsamen Text geeinigt hatten. Die Klausel soll verhindern, dass Regierungsbeamte direkt von Kryptowährungen profitieren.

Für XRP ist das Gesetz deshalb relevant, weil es den Token offiziell als digitale Ware einstufen würde – ein Status, der institutionelle Nachfrage erleichtern könnte. Die Wahrscheinlichkeit einer Verabschiedung, gemessen an Wettmärkten, kletterte von 32 auf 43 Prozent. Das Repräsentantenhaus hatte den Entwurf 2025 bereits mit deutlicher Mehrheit passiert, der zuständige Bankenausschuss stimmte im Mai 2026 zu.

Die entscheidende Hürde bleibt der Senat, wo 60 Stimmen nötig sind. Vor der Sommerpause bleiben dafür nur noch wenige Arbeitswochen – ob der Text es rechtzeitig auf die Tagesordnung schafft, entscheidet sich in den kommenden Tagen.

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