Das Amendment fixCleanup3_2_0 erhielt die Zustimmung von 82,86 Prozent der Validatoren – 29 stimmten dafür, 6 dagegen. Damit läuft nun ein 14-tägiger Countdown bis zur Aktivierung. Das Update behebt Invarianten im Permissioned DEX und bei der Account-Löschung und soll den Speicherbedarf der Knoten um 30 bis 40 Prozent senken. Zugleich wird die zugrunde liegende Server-Software von „rippled“ in „XRPLD“ umbenannt. Allerdings hinkt die Umsetzung im Netzwerk hinterher: Erst 43 Prozent der Nodes haben aktualisiert, den restlichen 57 Prozent droht bei Ausbleiben ein Amendment-Blocked-Status.
Mit TradeWeb steht ein prominenter institutioneller Akteur hinter dem Upgrade. Das Unternehmen unterstützte die Abstimmung mit 30 von 36 Validatorenstimmen und erwartet durch die Neuerungen – darunter Single Asset Vaults und ein Lending-Protokoll – einen um 12 Prozent höheren Durchsatz, vier Prozent niedrigere Transaktionsgebühren und um 5 bis 7 Prozent engere Spreads. TradeWebs CEO ist als Redner für die Swell-Konferenz 2026 in New York vorgesehen, wo er über den x402-Standard und Ripples Stablecoin RLUSD sprechen soll.
Institutionelle Signale ohne unmittelbaren Kursimpuls
Trotz dieser technischen Fortschritte tendiert der Kurs seitwärts. Zuletzt notierte XRP bei 1,09 US-Dollar und damit rund 70 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 3,65 US-Dollar vom Juli 2025 – ein Abstand, der die schwere Korrektur der vergangenen zwölf Monate unterstreicht. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von 41,66 Prozent zu Buche.
Parallel dazu häufen sich Nachrichten, die eine wachsende institutionelle Aufmerksamkeit für die XRP Ledger belegen, ohne bislang handfeste Adoption zu liefern. Ein im Juni 2026 veröffentlichtes Dokument des Internationalen Währungsfonds mit dem Titel „The Rise of Tokenization“ führt die XRP Ledger neben Ethereum, Solana und Stellar als mögliche Infrastruktur für Bank-Stablecoins auf und nennt XRP als Sicherheit mit einem Haircut von 35 Prozent im Rahmen der NSCC-Risikomarge. Auch ein Patent der US-Clearingstelle DTCC (US 2025/0078162 A1), ursprünglich 2019 eingereicht, beschreibt Ripples DLT als Zielnetzwerk einer Cross-Ledger-Brücke – bislang jedoch ohne bestätigten produktiven Einsatz.
Für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgte ein wieder aufgetauchtes SWIFT-Video aus dem Jahr 2019, in dem ein SWIFT-Vertreter die Partnerschaft mit R3 bestätigt und erklärt, der Corda Settler unterstütze XRP als erste Kryptowährung. Die eigentlichen SWIFT-gpi-Zahlungen werden jedoch weiterhin in Fiat abgewickelt – eine formelle Übernahme von XRP durch SWIFT bleibt somit ausgeblieben. Ergänzend wurde bekannt, dass Ripple am 17. Juli 20 Millionen XRP in einer einzigen Transaktion an eine Adresse mit einem spezifischen Destination Tag verschickt hat, vermutlich in Richtung einer Börse oder eines Verwahrers. Der Zweck der Überweisung blieb unkommentiert.
CLARITY Act bleibt der entscheidende Belastungsfaktor
Für die mittelfristige Kursentwicklung dürfte die Regulierung in Washington ausschlaggebend sein. Ein ehemaliger Kommissar der CFTC erwartet eine Senatsabstimmung über den CLARITY Act bereits für die kommende Woche. Senatorin Lummis geht ebenfalls davon aus, dass eine Abstimmung im Juli oder August erfolgen könnte. Der Gesetzentwurf, der Kryptowerte wie XRP als Ware einstufen und die Zuständigkeiten zwischen SEC und CFTC neu ordnen würde, hatte das Repräsentantenhaus bereits 2025 mit 294 zu 134 Stimmen passiert und den Bankenausschuss des Senats im Mai 2026 mit 15 zu 9 Stimmen durchlaufen. Nötig sind nun 60 Senatsstimmen, darunter mindestens sieben demokratische.
Der Fortschritt gerät jedoch durch einen Ethikstreit ins Stocken: Demokratische Senatoren fordern, Amtsträger von Krypto-Gewinnen auszuschließen, nachdem Trumps Steuererklärung für 2025 ein Krypto-Einkommen von rund 1,4 Milliarden US-Dollar auswies. Senatorin Warren verlangte eine aktualisierte Offenlegung. Die Wahrscheinlichkeit einer Verabschiedung noch in diesem Jahr sank laut einer Markteinschätzung vom 19. Juli auf 38 Prozent, nachdem sie zuvor noch bei rund 45 Prozent gelegen hatte.
Die Bank Standard Chartered reduzierte ihr Jahresendziel für XRP von 8 auf 2,80 US-Dollar. Für die längere Frist hält das Institut laut einer weiteren Einschätzung dennoch an ambitionierteren Zielen fest: 7 US-Dollar bis Ende 2027 und 28 US-Dollar bis 2030, gestützt auf institutionelle Nachfrage, DeFi-Wachstum und eine mögliche Verabschiedung des CLARITY Act. Auf europäischer Ebene meldete Ripple Payments Europe unterdessen eine vollständige MiCA-Zulassung durch die luxemburgische Aufsichtsbehörde CSSF – ein regulatorischer Etappensieg, der die Position des Unternehmens im europäischen Zahlungsverkehr stärken soll.
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