XRP: 810 Millionen RLUSD überholt Ethereum

Trotz schwachem XRP-Kurs nahe Jahrestief treibt Ripple den Ausbau im institutionellen Zahlungsverkehr und die Netzwerkaktivität voran.

Auf einen Blick:
  • Ripple-CEO peilt 16 Billionen US-Dollar Markt an
  • RLUSD-Stablecoin überholt Ethereum im Umlauf
  • Tägliche aktive Adressen steigen auf 39.500
  • MiCA-Lizenz für EU-Zahlungsdienste erteilt

Starke Netzwerkdaten, schwacher Kurs. Bei Ripple klaffen Realität und Marktstimmung derzeit weit auseinander. Während der XRP-Token nahe seinem Jahrestief notiert, bläst das Management zum Angriff auf den institutionellen Zahlungsverkehr.

CEO Brad Garlinghouse nimmt einen gigantischen Markt ins Visier. Er schätzt das Volumen für institutionelle Zahlungen auf 16 Billionen US-Dollar jährlich. Bislang spielen digitale Assets in diesem Bereich kaum eine Rolle. Das soll sich ändern. Ripple positioniert sich aktiv als Clearing-Partner für globale Finanzströme.

An der Börse fehlt dieser Optimismus. XRP handelt aktuell bei 1,04 US-Dollar und damit gefährlich nah am 52-Wochen-Tief. Seit Jahresbeginn verlor der Token über 44 Prozent an Wert.

Ein RSI von 31,7 unterstreicht die aktuell schwache Verfassung des Assets. Der Kurs notiert weit unter der wichtigen 200-Tage-Linie.

Stablecoin-Wachstum stützt das Netzwerk

Ripple nutzt seine eigene Infrastruktur für die Expansion. Ein zentraler Baustein ist der Stablecoin RLUSD. Hier zeigt sich eine bemerkenswerte Verschiebung. Auf dem XRP Ledger zirkulieren mittlerweile 810 Millionen US-Dollar in RLUSD. Damit überholt das hauseigene Netzwerk die Ethereum-Blockchain, wo 760 Millionen US-Dollar liegen.

Parallel dazu steigt die Aktivität. Die Zahl der täglich aktiven Adressen sprang zuletzt auf 39.500 nach oben. Das Netzwerk lebt. Auch am Terminmarkt kehrt das Interesse zurück. Das Open Interest für XRP-Futures überstieg wieder die Marke von einer Milliarde US-Dollar.

Lizenzen und frisches Kapital

Für das institutionelle Geschäft braucht Ripple regulatorische Sicherheit. In Europa machte das Unternehmen einen wichtigen Schritt. Die luxemburgische Finanzaufsicht CSSF erteilte eine vorläufige MiCA-Lizenz. Ripple darf damit Verwahr- und Zahlungsdienste in der EU vorbereiten.

Zeitgleich baut die Europäische Zentralbank ihr eigenes Echtzeit-Zahlungssystem TIPS aus. Ripple positioniert XRP hier als Brückenwährung für Transaktionen außerhalb des Euro-Raums.

Investoren honorieren diese operativen Fortschritte teilweise. Kürzlich flossen 15,6 Millionen US-Dollar in XRP-ETFs. Den Löwenanteil sicherte sich dabei der Anbieter Bitwise mit 11,6 Millionen US-Dollar.

Die Ausgangslage ist klar definiert. Ripple baut die Infrastruktur massiv aus und sichert sich wichtige Lizenzen für den europäischen Markt. Fällt der XRP-Kurs nun jedoch unter die psychologische Marke von 1,00 US-Dollar, droht aus charttechnischer Sicht weiterer massiver Verkaufsdruck. Hält diese Unterstützung, bietet das starke fundamentale Wachstum eine Basis für eine Gegenbewegung.

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