XRP klebt an der 1,10-Dollar-Marke – und findet einfach nicht durch. Seit Donnerstag scheitert der Token wiederholt an diesem Widerstand. Aktuell notiert XRP bei 1,11 Dollar, nach einem Plus von 1,63 Prozent am Montag. Unter der Oberfläche zeigt sich trotzdem eine interessante Verschiebung.
Derivatemarkt wird neutral
Die Terminmärkte senden ein anderes Signal als der Spotkurs. CryptoQuant-Analystin Pelinay verweist auf mehrere Binance-Indikatoren, die inzwischen eine neutrale Marktstruktur zeigen – trotz des anhaltenden Abwärtstrends im Chart.
Die Liquidationsdaten bestätigen das Tauziehen zwischen Bullen und Bären. Long-Positionen im Wert von rund 103.000 XRP wurden zwangsliquidiert, bei Short-Positionen waren es etwa 122.000 XRP. Der Verkaufsdruck durch Zwangsliquidationen hat sich damit spürbar abgeschwächt.
Am Chart bleibt die Lage dennoch angespannt. Der 50-Tage-Durchschnitt liegt bei 1,13 Dollar, keine 2 Prozent über dem aktuellen Kurs. Der 100-Tage-Durchschnitt bei 1,26 Dollar und der 200-Tage-Durchschnitt bei 1,42 Dollar wirken als weitere Deckel nach oben. Erst ein Ausbruch über all diese Marken würde eine echte Trendwende signalisieren.
Der Absturz vom Zyklushoch
XRP notiert derzeit fast 70 Prozent unter seinem Zyklushoch von 3,64 Dollar aus dem Sommer 2025. Im Juni fiel der Kurs bis auf 1,01 Dollar – das niedrigste Niveau seit 19 Monaten. Der aktuelle Kurs liegt nur knapp 10 Prozent über diesem Tief.
Auf Jahressicht steht XRP mit rund 41 Prozent im Minus. Die Erholung der vergangenen Woche wirkt vor diesem Hintergrund eher wie eine Verschnaufpause als wie eine echte Wende.
Aktivität steigt, Überzeugung fehlt
Während der Kurs seitwärts pendelt, bauen Händler ihre Positionen aus. Das Open Interest bei Perpetual Futures stieg am Montag im Schnitt auf 2,4 Milliarden XRP, nach 2,13 Milliarden XRP am Vortag. Trader positionieren sich aktiv rund um die 1,10-Dollar-Marke – klare Überzeugung für einen Ausbruch zeigt sich darin aber nicht.
Institutionelle Zuflüsse in XRP-Produkte bleiben mager. Zwei Wochen in Folge lagen die Zuflüsse unter einer Million Dollar. Zusammen mit dem schwächelnden Open Interest deutet das auf verhaltenes Interesse auch bei Privatanlegern hin.
Der breitere Kryptomarkt liefert derzeit keinen Rückenwind. Bitcoin rutschte zuletzt Richtung 64.000 Dollar, was die Stimmung bei Altcoins wie Ethereum und XRP zusätzlich belastet.
Entscheidend wird, ob die Zone zwischen 1,08 und 1,10 Dollar als Unterstützung hält. Rutscht XRP darunter, rückt ein erneuter Test der Marke um 1,01 Dollar in greifbare Nähe. Ein Ausbruch nach oben müsste dagegen gleich drei gleitende Durchschnitte überwinden, bevor sich die Stimmung nachhaltig drehen könnte.
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