XRP: 42 Prozent Minus seit Jahresbeginn

Geopolitische Spannungen und Kapitalabflüsse aus ETFs drücken den XRP-Kurs unter die 1,09-Dollar-Marke. Das Minus seit Jahresbeginn beträgt fast 42 Prozent.

Auf einen Blick:
  • Kursrutsch unter 1,09 US-Dollar
  • ETF-Abflüsse von 7,3 Millionen Dollar
  • Kleinanleger setzen auf steigende Kurse
  • CLARITY Act-Abstimmung verzögert sich

Geopolitische Spannungen zwischen den USA und dem Iran belasten den Kryptomarkt. Bitcoin und Altcoins geben nach. XRP rutscht am Donnerstag unter die Marke von 1,09 US-Dollar. Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus damit auf fast 42 Prozent. Der allgemeine Risikoappetit schwindet zusehends.

ETFs bluten, Kleinanleger hoffen

Nach wochenlangen Käufen ziehen institutionelle Investoren Geld ab. XRP-Spot-ETFs verzeichneten zuletzt Nettoabflüsse von rund 7,3 Millionen US-Dollar. Damit reißt eine Serie. Zuvor flossen acht Wochen lang stetig Gelder in die Fonds.

Der Terminmarkt zeigt ein anderes Bild. Kleinanleger wetten massiv auf steigende Kurse. Die Long-Short-Ratio auf Binance liegt bei 2,8. Es gibt also deutlich mehr Long- als Short-Positionen. Die Folge: Ein starkes Ungleichgewicht. Das Handelsvolumen bestätigt diesen Trend. Terminkontrakte drehten knapp zwei Milliarden US-Dollar um. Am Spotmarkt waren es nur gut 333 Millionen.

Tokenisierung mit Schönheitsfehler

Technisch macht das Netzwerk Fortschritte. Das neue Upgrade läuft bereits bei über 55 Prozent der Validatoren. Auch das Volumen tokenisierter Vermögenswerte wächst rasant. Es sprang binnen eines Jahres auf über vier Milliarden US-Dollar.

Diese Zahl trügt allerdings etwas. Rund 2,2 Milliarden US-Dollar entfallen auf einen einzigen Energie-Token. Diesen halten lediglich 19 Wallets. Nur etwa 385 Millionen US-Dollar zirkulieren wirklich aktiv auf der Blockchain. Der Rest gleicht eher simplen Registereinträgen als einem liquiden Markt.

Blick nach Washington

Der wichtigste Preistreiber bleibt die Politik. Händler warten gespannt auf den CLARITY Act. Der US-Senat kehrt am 13. Juli aus der Pause zurück. Ein Verteidigungsgesetz hat jedoch zunächst Vorrang.

Die Abstimmung über das Krypto-Gesetz rutscht damit voraussichtlich in den späten Juli oder August. Der Markt preist dieses Risiko bereits ein. Auf der Prognoseplattform Polymarket fiel die Wahrscheinlichkeit für eine Verabschiedung. Sie liegt für dieses Jahr nur noch bei 42 Prozent. Im Mai rechneten Marktbeobachter noch mit einer Chance von über 70 Prozent. Solange diese politische Hängepartie andauert, dürfte XRP dem breiten Markttrend folgen.

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