Der Kurs von XRP bricht ein. Seit Jahresanfang verlor der Token fast 38 Prozent an Wert. Aktuell notiert er bei 1,17 US-Dollar. Im Hintergrund baut die Entwickler-Community das Netzwerk jedoch massiv um. Ein neues Protokoll-Update soll die Liquidität revolutionieren.
Die technische Lage sieht düster aus. Am 5. Juni fiel XRP auf ein Jahrestief von 1,07 US-Dollar. Der RSI-Indikator liegt bei extrem niedrigen 23 Punkten. Das signalisiert einen stark überverkauften Markt.
On-Chain-Daten zeichnen ein völlig anderes Bild. In den vergangenen Tagen flossen Millionen Token von den Börsen ab. Die Zahl der Großinvestoren mit mindestens 10.000 XRP stieg auf einen Rekordwert. Mehr als 332.000 Adressen halten nun diese Summe. Das deutet auf gezielte Käufe hin.
Neues AMM-Design für Milliardenwerte
Die XRP Ledger Foundation treibt parallel dazu das Update „AMM Swappable Curves“ voran. Der Entwurf bringt drei neue Kurventypen für den dezentralen Handel. Bisher verteilt das Netzwerk Liquidität gleichmäßig über alle Preisniveaus. Das funktioniert bei volatilen Werten gut. Bei Stablecoins verbrennt dieses Modell allerdings viel Kapital.
Künftig können Liquiditätsanbieter ihre Mittel auf bestimmte Preisspannen konzentrieren. Dieses Konzept dominiert bereits andere Netzwerke. Rund 60 Prozent des Handelsvolumens laufen dort über solche konzentrierten Pools. Für XRP ist das Update entscheidend. Aktuell liegen tokenisierte reale Vermögenswerte von über drei Milliarden US-Dollar auf dem Ledger.
Erst kürzlich testeten Ripple, Mastercard und Ondo Finance die Abwicklung von US-Staatsanleihen. Der Vorgang dauerte weniger als fünf Sekunden. Damit diese institutionellen Gelder aktiv gehandelt werden, braucht das Netzwerk effiziente Preismodelle. Das Update benötigt nun die Zustimmung von 80 Prozent der Validatoren über zwei Wochen.
Washington entscheidet über die Zukunft
Der wichtigste Preistreiber bleibt der politische Rahmen. Der Bankenausschuss des US-Senats hat den „CLARITY Act“ mit parteiübergreifender Mehrheit gebilligt. Das Gesetz stuft XRP offiziell als digitalen Rohstoff ein. Damit teilt es die Aufsicht zwischen den Behörden SEC und CFTC klar auf.
Nun wandert der Entwurf in den gesamten Senat. Dort sind 60 Stimmen nötig. Ein Berater des Weißen Hauses hält eine Unterschrift von Präsident Donald Trump bis Anfang Juli für möglich. Der Zeitplan ist extrem eng. Wettmärkte wie Polymarket sehen die Chance auf eine Verabschiedung im laufenden Jahr bei rund 55 Prozent.
Frisches Kapital stützt den Boden
Trotz der politischen Hängepartie fließt kontinuierlich Geld in den Markt. Die neuen Spot-ETFs sammelten seit ihrem Start rund 1,4 Milliarden US-Dollar ein. Der Mai brachte dabei einen monatlichen Rekordzufluss. Diese strukturelle Nachfrage stützt den Token.
Analysten passen ihre Modelle an diese Gemengelage an. Geoffrey Kendrick von Standard Chartered senkte sein Kursziel für das laufende Jahr drastisch auf 2,80 US-Dollar. Er begründete dies mit dem schwachen Gesamtmarkt. Im gleichen Schritt hob der Experte jedoch seine langfristigen Prognosen an.
Für das kommende Jahr sieht Kendrick den Preis bei sieben US-Dollar. Bis 2030 erwartet er sogar einen Anstieg auf 28 US-Dollar. Diese langfristigen Ziele sind direkt an den CLARITY Act geknüpft. Ohne einen klaren rechtlichen Rahmen werden Institutionen kein großes Kapital in XRP binden. Das anstehende Senatsvotum entscheidet somit über den nächsten großen Preissprung.
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