XRP hat binnen einer Woche kräftig zugelegt und notiert aktuell bei 1,47 US-Dollar, nach einem Wochenplus von 48 Prozent. Auslöser der Bewegung war ein Auftritt von US-Präsident Trump gemeinsam mit Ripple-Chef Brad Garlinghouse bei einem Krypto-Treffen im Weißen Haus, bei dem Trump den Kongress aufforderte, den CLARITY Act zu verabschieden. Medienberichten zufolge verband die anschließende Berichterstattung die Kursbewegung direkt mit diesem regulatorischen Vorstoß.
Großanleger bauen Position auf
Parallel zur politischen Debatte verdichten sich Hinweise auf zunehmendes Interesse großer Adressen. Wallets mit einem Bestand zwischen einer und zehn Millionen XRP haben binnen einer Woche rund 380 Millionen Token hinzugekauft, wie Berichte zu On-Chain-Daten zeigen.
Gleichzeitig sanken die Abflüsse von Whale-Adressen zur Börse Binance auf den niedrigsten Stand seit 2021 – ein Signal, dass große Halter derzeit eher akkumulieren als verkaufen.
Diese Entwicklung fällt zeitlich mit dem Wyoming Blockchain Symposium am 18. August zusammen, bei dem Garlinghouse und SEC-Chairman Paul Atkins beide auftraten, allerdings in getrennten Sessions zu unterschiedlichen Uhrzeiten und nicht gemeinsam.
Die Kursrally folgt auf eine schwierige Phase. Erst am 11. August war XRP erstmals seit November 2024 unter die Marke von einem Dollar gefallen, was Beobachter auf eine allgemein bärische Marktstruktur zurückführten und nicht auf ein einzelnes verifiziertes Ereignis.
Zusätzlich hatte die US-Börsenaufsicht SEC ein für den 14. August geplantes Treffen zur Kryptoregulierung einen Tag zuvor überraschend abgesagt, was die Stimmung zusätzlich belastete, bevor die Erholung einsetzte.
ETF-Zuflüsse bleiben verhalten
Trotz der Kursstärke zeigen sich institutionelle Anleger bei den US-Spot-ETFs auf XRP-Basis zurückhaltend. In den ersten zehn Handelstagen im August summierten sich die wöchentlichen Zuflüsse auf lediglich 3,27 Millionen US-Dollar – ein deutlicher Rückgang gegenüber den Vormonaten.
Die sieben US-Spot-Fonds hielten zuvor rund 994,7 Millionen XRP im Wert von etwa 994 Millionen Dollar, wobei die Bestände seinerzeit nahe der Marke von einem Dollar pro Token bewertet wurden.
Die Diskrepanz zwischen starker Kursbewegung und schwachen ETF-Flüssen deutet darauf hin, dass die aktuelle Rally vor allem von direkten Token-Käufern und nicht von institutionellen Fondsanlegern getragen wird.
Zusätzliche Bewegung kam von Ripple selbst: Anfang August entließ das Unternehmen eine Milliarde XRP aus dem Escrow-Bestand, aufgeteilt in drei Transaktionen von 500, 300 und 200 Millionen Token, im Wert von seinerzeit rund 1,08 Milliarden Dollar.
Mitte August folgten weitere Transfers von 50 Millionen XRP an eine unbekannte Wallet, von denen später eine Million Token an Binance weiterbewegt wurden. Solche Bewegungen aus Ripples Escrow gehören zum etablierten Freisetzungsrhythmus des Unternehmens, werden von Marktteilnehmern aber dennoch genau beobachtet.
Regulatorischer Fahrplan bleibt entscheidend
Der politische Prozess um den CLARITY Act bleibt der zentrale Treiber für die weitere Entwicklung. Nach Verfahrensabstimmungen im Senat Anfang August ist die nächste Abstimmung im Plenum für den 15. September terminiert.
Bis dahin dürfte die Kursentwicklung von XRP eng an Nachrichten zur US-Kryptoregulierung gekoppelt bleiben, während die technische Lage mit einem relativen Stärkeindex von 81,5 auf eine bereits deutlich überkaufte Marktsituation hindeutet.
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