Ripple und die SBI Group haben den RLUSD-Stablecoin offiziell in Japan eingeführt. Seit dem 24. Juni 2026 ist er auf der Plattform SBI VC Trade für institutionelle und private Nutzer verfügbar. Für XRP selbst ist die Nachricht bisher kein Kurstreiber — im Gegenteil.
Regulatorischer Durchbruch in Japan
Die japanische Finanzaufsicht JFSA hat RLUSD als elektronisches Zahlungsinstrument der Kategorie 4 zugelassen. Grundlage ist das überarbeitete Zahlungsdienstleistungsgesetz, das am 1. Juni 2026 in Kraft trat. Es ist das erste Mal, dass ein ausländisch emittierter Stablecoin diese spezifische Zulassung in Japan erhält.
RLUSD ist 1:1 durch US-Dollar-Einlagen und US-Staatsanleihen gedeckt. Emittent ist ein von der New Yorker Finanzaufsicht NYDFS lizenziertes Treuhandunternehmen. In Japan läuft der Vertrieb zunächst ausschließlich über das Ethereum-Netzwerk. Einzeltransaktionen sind auf eine Million Yen — rund 6.200 US-Dollar — begrenzt.
Zehnjährige Partnerschaft, neues Kapitel
Der Launch baut auf einer Partnerschaft auf, die Ripple und SBI Group seit 2016 verbindet. Ein im August 2025 unterzeichnetes Memorandum of Understanding legte den Grundstein für die aktuelle Zusammenarbeit. Parallel zu RLUSD führte SBI auch JPYSC ein, einen yen-denominierten Stablecoin ohne Transaktionslimit.
RLUSD kommt derzeit auf eine Marktkapitalisierung von rund 1,7 Milliarden US-Dollar. Das ist deutlich weniger als USDT mit 186 Milliarden und USDC mit 74 Milliarden Dollar. Ripple positioniert RLUSD dennoch als zentrales Werkzeug für Abwicklung, Tokenisierung und Sicherheitenverwaltung im japanischen Finanzmarkt.
Kurs unter Druck, Stimmung gemischt
Die positive Nachrichtenlage hilft XRP kurzfristig nicht. Der Token notiert bei rund 1,09 US-Dollar und hat in den vergangenen sieben Tagen mehr als acht Prozent verloren. Seit Jahresbeginn beträgt das Minus über 42 Prozent — vom 52-Wochen-Hoch bei 3,65 Dollar ist XRP weit entfernt.
Die Marktstimmung bleibt gespalten. XRP-Spot-ETFs verzeichneten am 24. Juni Zuflüsse von 2,05 Millionen Dollar. Allerdings ist die Funding Rate im Derivatemarkt mit minus 0,002 Prozent negativ, und das Long-Short-Verhältnis von 0,95 zeigt eine leicht bärische Positionierung. Technisch gilt die Marke von einem Dollar als nächste Unterstützung.
Auf der anderen Seite haben große Adressen zuletzt bedeutende Long-Positionen aufgebaut — auf Plattformen wie Hyperliquid mit einem Volumen von über 27,9 Millionen XRP. Ob das als Gegenpol zur schwachen Kursdynamik reicht, wird sich an der Unterstützung bei einem Dollar entscheiden.
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