XRP: 1. Juli mit Escrow-Unlock und DFAL-Start

XRP-Bestände an Börsen fallen auf Sieben-Jahres-Tief, während der Token unter 1,20 Dollar notiert und der Markt von extremer Angst geprägt ist.

Auf einen Blick:
  • Börsenreserven auf niedrigstem Stand seit 2019
  • Institutionelle ETF-Zuflüsse von 1,45 Milliarden Dollar
  • XRPL verzeichnet Milliardenzuflüsse bei tokenisierten Assets
  • Ripple expandiert mit neuen Zahlungslösungen und Lizenzen

XRP notiert bei 1,16 Dollar — und das trotz einer bemerkenswerten Entwicklung auf der Angebotsseite. Die an Börsen gehaltenen XRP-Bestände sind auf ein Sieben-Jahres-Tief von 1,6 Milliarden Token gefallen. Seit Oktober 2025 hat sich die Menge halbiert.

Institutionelle Zuflüsse treffen auf Marktangst

Spot-ETFs auf XRP haben bislang kumulierte Nettozuflüsse von rund 1,45 Milliarden Dollar angezogen. Allein am 21. Juni flossen 17,1 Millionen Dollar an einem einzigen Tag in diese Produkte. Das klingt bullish — der Gesamtmarkt sendet jedoch andere Signale.

Der Fear-&-Greed-Index steht bei 23 und zeigt „Extreme Angst“. Das Handelsvolumen sprang binnen 24 Stunden um mehr als 50 Prozent auf rund 1,19 Milliarden Dollar. XRP fiel zwischenzeitlich auf 1,12 Dollar, bevor es sich wieder erholte. Der RSI liegt bei 43 — neutral bis leicht bärisch. Kurs, Momentum und Stimmung zeigen in dieselbe Richtung: Die Bullen haben noch keine Kontrolle.

Charttechnisch bleibt die Lage angespannt. XRP handelt deutlich unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 1,29 Dollar und dem 200-Tage-Durchschnitt von 1,54 Dollar. Seit Jahresbeginn hat der Token rund 38 Prozent verloren.

XRPL als RWA-Plattform gewinnt Gewicht

Abseits des Kurses baut das XRP Ledger seine Position im Bereich tokenisierter Realwerte aus. In den vergangenen 60 Tagen flossen netto 1,7 Milliarden Dollar in tokenisierte Assets auf dem XRPL — während Ethereum im selben Zeitraum Abflüsse verzeichnete. Das Gesamtvolumen tokenisierter Realwerte auf dem Ledger wuchs von 10 Millionen Dollar Anfang 2025 auf rund 400 Millionen Dollar.

Die XRP Ledger Foundation hat einen technischen Fahrplan mit fünf Schwerpunkten vorgestellt: Quantenresistenz bis 2028, ein natives Kreditprotokoll, KI-gestützte Sicherheitstests, ein AMM-Upgrade mit konzentrierten Liquiditätspools sowie formale Protokollprüfungen mit dem Werkzeug Lean4.

Ripple baut Infrastruktur und Zahlungskanäle aus

Ripple treibt parallel die operative Expansion voran. Das Unternehmen beantragt eine australische Finanzdienstleistungslizenz über BC Payments Australia. Der RLUSD-Stablecoin wird in das Mastercard-Netzwerk und die Infrastruktur von Flutterwave integriert — einem Zahlungsdienstleister mit einer Bewertung von 3,2 Milliarden Dollar.

Neu ist das x402-Protokoll: Es erlaubt KI-Agenten, automatisierte Zahlungen in XRP und RLUSD abzuwickeln. Ripple rekrutiert dafür Personal für eine generative KI-Plattform in San Francisco.

Zwei Termine im Juli als nächste Belastungsproben

Am 1. Juli stehen zwei Ereignisse an. Ripple führt sein monatliches Escrow-Unlock von einer Milliarde XRP durch — zum aktuellen Kurs rund 1,14 Milliarden Dollar zusätzliches Angebot. Am selben Tag tritt in Kalifornien das Digital Financial Assets Law in Kraft. Ripple hält zwar über 40 Geldtransferlizenzenim US-Markt, der Status einer spezifischen DFAL-Zulassung ist jedoch offen — mit möglichen Auswirkungen auf den Stablecoin-Betrieb im Bundesstaat.

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