XPeng hat im August 39.107 Fahrzeuge ausgeliefert, ein Plus von 4 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Für einen Autobauer, der auf ein starkes Schlussquartal setzt, ist das ein moderater, aber kein beruhigender Wert – denn der chinesische Elektroautohersteller hat sich für das dritte Quartal deutlich mehr vorgenommen.
Rechnerisch bleibt wenig Spielraum
Das Management hatte auf der Telefonkonferenz zu den Quartalszahlen ein Auslieferungsziel von 115.000 bis 121.000 Fahrzeugen für das dritte Quartal 2026 ausgegeben. Das entspricht rechnerisch einem monatlichen Durchschnitt von rund 38.500 bis 41.500 Einheiten für August und September.
Mit den gemeldeten 39.107 Fahrzeugen im August bewegt sich XPeng zwar innerhalb dieser Spanne, doch der September müsste kräftig anziehen, damit das obere Ende der Prognose erreichbar bleibt. Zusätzlichen Druck macht die noch ambitioniertere Ansage für das vierte Quartal: Dort peilt XPeng monatliche Verkäufe von mehr als 60.000 Fahrzeugen an – anderthalbmal so viel wie im August erreicht wurde.
Zwei Modelle sollen diesen Sprung tragen. Die G9L-Flaggschiff-SUV feierte im August ihr offizielles Debüt und ging zu einem Startpreis von 259.800 Yuan in den Vorverkauf; die reguläre Auslieferung in China soll im September beginnen. Der Mona L05 als weiterer SUV soll im vierten Quartal folgen.
Parallel dazu soll die Mona-L03-Version im Ausland ab dem vierten Quartal ausgeliefert werden und die Auslandsverkäufe auf über 40.000 Einheiten pro Quartal heben – flankiert vom bereits angekündigten Marktstart auf den Philippinen im September mit den Modellen X9 und L03.
Analysten senken Kursziele nach Q2-Zahlen
Mehrere Häuser reagierten im August mit gesenkten Kurszielen auf die Quartalszahlen und den als schwach eingestuften Ausblick. Citi reduzierte sein Kursziel im Zuge des Q2-Berichts auf 21,40 US-Dollar von zuvor 22,50 US-Dollar und verwies auf einen Fehlbetrag bei den Volumenprognosen für das dritte Quartal – die Kaufempfehlung blieb bestehen.
Barclays senkte sein Kursziel auf 14,00 US-Dollar und bekräftigte seine skeptische Untergewichten-Einstufung mit Verweis auf Zweifel an den Auslieferungsprojektionen für das dritte Quartal.
Der Analystenkonsens für das Gesamtjahr 2026 hat sich ebenfalls eingetrübt: Die Umsatzerwartung sank von 97,0 auf 93,9 Milliarden Yuan, während statt eines zuvor erwarteten Gewinns von 1,08 Yuan je Aktie inzwischen ein Verlust von 2,73 Yuan je Aktie prognostiziert wird.
Kurs spiegelt die Skepsis
An der Börse ist die Verunsicherung längst eingepreist. Die Aktie schloss am Freitag bei 9,46 Euro und notiert damit rund 61 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 24,40 Euro, das im November markiert wurde. Seit Jahresbeginn steht ein Kursrückgang von 48 Prozent zu Buche – ein Ausmaß, das die Zweifel der Analysten an der Wachstumsdynamik widerspiegelt.
Der September wird damit zum Testfall: Erreicht XPeng die obere Spanne seiner Auslieferungsprognose, dürfte das als Bestätigung der Wachstumsstory gelten. Bleibt der Hersteller darunter, dürfte die Diskussion um das ambitionierte Ziel von 60.000 Fahrzeugen im Monat für das vierte Quartal weiter an Fahrt gewinnen.
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