XPeng steht vor einem entscheidenden Termin: Am Montag legt der chinesische Elektroautobauer seine Ergebnisse für das zweite Quartal 2026 vor. Die Erwartungen der Analysten fallen wenig ermutigend aus – ein deutlich höherer Verlust je Aktie steht im Raum als im Vorjahresquartal.
Verlust soll sich vergrößern
Für das abgelaufene Quartal rechnen Analysten mit einem Verlust von 0,405 Yuan je Aktie, nach einem Fehlbetrag von umgerechnet 0,070 US-Dollar je Aktie im Vorjahreszeitraum.
Beim Umsatz erwartet der Konsens 20,50 Milliarden Yuan, verglichen mit 2,53 Milliarden US-Dollar im zweiten Quartal 2025. Für das laufende Geschäftsjahr taxieren Analysten den Verlust auf 1,426 Yuan je Aktie, während der Umsatz auf 93,02 Milliarden Yuan steigen soll. Die Zahlen zeigen: XPeng wächst beim Umsatz spürbar, doch die Profitabilität bleibt eine offene Baustelle.
Belastend wirkt dabei auch das laufende Rückrufgeschehen in der chinesischen Autoindustrie. Neben Tesla, das in China knapp drei Millionen Fahrzeuge wegen eines Problems mit schwergängigen Türen zurückruft, sind auch Xiaomi, Leapmotor und XPeng von weiteren Rückrufaktionen betroffen – branchenweit sollen rund 4,3 Millionen Fahrzeuge erfasst sein. Für XPeng kommt diese zusätzliche Belastung zu einem ohnehin schon schwierigen operativen Umfeld hinzu.
Kurs bewegt sich seit Wochen seitwärts
An der Börse zeigt sich die angespannte Lage längst im Kursverlauf. Am Freitag schloss die Aktie bei 10,44 Euro, ein Plus von 1,4 Prozent auf Tagesbasis. Auf Sicht von 30 Tagen steht dennoch ein Minus von 7,1 Prozent zu Buche – ein Hinweis darauf, dass der jüngste Erholungsversuch bislang nicht nachhaltig ist.
Seit Jahresbeginn hat die Aktie rund 42 Prozent an Wert verloren, ein Ausmaß, das die schwierige Gemengelage aus operativen Herausforderungen und Rückrufthemen widerspiegelt.
Der Blick auf die Hongkonger Notierung liefert zusätzlichen Kontext: Dort schloss XPeng am Samstag bei 47,880 Hongkong-Dollar, ein Plus von 4,22 Prozent, bei einer Marktkapitalisierung von 91,603 Milliarden Hongkong-Dollar. Das durchschnittliche Analystenziel liegt dort bei 88,48 Hongkong-Dollar – deutlich über dem aktuellen Niveau, was auf erhebliches Aufwärtspotenzial aus Analystensicht hindeutet, sofern sich die operative Entwicklung stabilisiert.
Auslieferungszahlen als Belastungsfaktor
Bereits im ersten Quartal hatte XPeng einen deutlichen Rückgang bei den Auslieferungen verzeichnet – über 62.000 Fahrzeuge bedeuteten ein Minus von 47 Prozent gegenüber dem vierten Quartal 2025. Gleichzeitig hielt das Unternehmen an hohen Forschungs- und Entwicklungsausgaben von rund 7 Milliarden Yuan fest, was den Ergebnisdruck zusätzlich erhöht.
Für Anleger dürfte am Montag vor allem interessant sein, ob XPeng trotz sinkender Auslieferungen und laufender Rückrufe an seiner Wachstumsguidance festhält.
Die für das Gesamtjahr erwartete Umsatzsteigerung auf 93,02 Milliarden Yuan setzt voraus, dass sich die zweite Jahreshälfte deutlich robuster entwickelt als die ersten Monate. Ob das Unternehmen diesen Spagat zwischen Wachstum und Verlustbegrenzung schafft, wird sich an den am Montag vorgelegten Zahlen zeigen.
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