XPeng steht vor einer entscheidenden Woche. Am 24. August legt der chinesische Elektroautobauer seine Zahlen für das zweite Quartal 2026 vor, die Telefonkonferenz mit dem Management ist für 8 Uhr US-Ostküstenzeit angesetzt. Die Erwartungen an den Bericht treffen auf ein Umfeld, das dem Unternehmen wenig Rückenwind gibt.
Die Aktie notiert am Freitag bei 10,12 Euro und damit 1,3 Prozent über ihrem 52-Wochen-Tief, das erst am 13. August markiert wurde. Der Abstand zum Jahreshoch vom 12. November beträgt derweil 59 Prozent – ein Kursverlauf, der die schwierige Lage chinesischer Elektroautobauer im laufenden Jahr widerspiegelt.
Auslieferungen wachsen, doch der Markt schrumpft
Im Juli lieferte XPeng 38.027 Fahrzeuge aus, ein Plus von 4 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Die kumulierten weltweiten Auslieferungen erreichten damit Ende Juli die Marke von 1,2 Millionen Fahrzeugen. Das klingt zunächst solide, verdeckt aber ein größeres Problem: In den ersten sieben Monaten des Jahres 2026 sanken die Auslieferungen des Unternehmens laut Medienberichten um 12,78 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die monatlichen Verkaufszahlen erreichten seit ihrem Höhepunkt von über 42.000 Einheiten im Oktober 2025 kein vergleichbares Niveau mehr.
Der Grund liegt auch im Gesamtmarkt. Chinas Automobilbranche verzeichnet Medienberichten zufolge seit zehn aufeinanderfolgenden Monaten rückläufige Verkäufe, der Absatz von Pkw im Inland schrumpfte in den ersten sieben Monaten des Jahres um mehr als 20 Prozent. XPeng kämpft damit gegen einen branchenweiten Gegenwind, der die eigene Wachstumsstrategie erschwert.
Neue Modelle sollen die Wende bringen
Gegen den Abwärtstrend setzt XPeng auf eine breite Produktoffensive. Anfang August begann das Unternehmen, das SUV-Modell G9L als „globales Fünfsitzer-Technologie-Flaggschiff“ zu bewerben, das nach dem GX-Flaggschiff den Markt für große SUVs adressieren soll. Die 800-Volt-Plattform des Fahrzeugs soll in neun Minuten Ladezeit eine zusätzliche Reichweite von 450 Kilometern ermöglichen. Preis und Marktstart stehen noch aus.
Parallel dazu treibt XPeng die internationale Expansion voran. Mitte Juli fand in München ein Brand Day samt globaler Launch-Veranstaltung für das Modell Mona L03 statt, das in diesem Jahr in 65 Ländern und Regionen eingeführt werden soll.
Für Australien kündigte das Unternehmen zudem eine langfristige Strategie an, die den Start von fünf neuen Modellen in der zweiten Jahreshälfte sowie den Ausbau des lokalen Vertriebs- und Servicenetzes vorsieht. Auf technologischer Seite soll das Fahrassistenzsystem NGP, das auf der Architektur VLA 2.0 basiert, ab 2027 weltweit ausgerollt werden.
Analysten bleiben zurückhaltend
Die Investmentbank UBS bestätigte am 12. August ihre Hold-Einstufung für die XPeng-Aktie. Eine grundlegende Neubewertung durch andere große Häuser blieb im bisherigen August aus. Für Anleger bedeutet das: Die Hoffnung auf eine Erholung ruht vorerst auf der Produktpipeline und den bevorstehenden Quartalszahlen, während der schwache Heimatmarkt weiterhin als Belastungsfaktor wirkt.
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