XPeng Aktie: P7+ wird bei Magna Steyr gefertigt

Symbolbild, KI-generiert

XPeng stärkt seine Präsenz in Europa, fertigt den P7+ künftig in Österreich und erweitert zugleich das internationale Modell- und Technologieangebot.

Auf einen Blick:
  • Nationale XPeng-Vertriebsgesellschaft in Großbritannien
  • P7+ soll bei Magna Steyr entstehen
  • X9-Vorbestellungen auf den Philippinen eröffnet
  • Aktie nahe dem 52-Wochen-Tief

Der chinesische Elektroauto-Hersteller XPeng stellt seine Weichen für den europäischen Markt neu. Mit einer geänderten Vertriebsstruktur im Vereinigten Königreich und einer Produktion in Österreich reagiert das Unternehmen auf regulatorische Herausforderungen und das angestrebte Wachstum in Übersee.

Strategiewechsel im Vereinigten Königreich und europäische Fertigung

XPeng hat die direkte Kontrolle über sein Geschäft im Vereinigten Königreich übernommen und dort eine nationale Vertriebsgesellschaft gegründet. Dieser Schritt erfolgt weniger als 18 Monate nach dem Markteintritt in der Region. Laut Daten der SMMT verkaufte der Hersteller im Jahr 2025 insgesamt 900 Fahrzeuge. Im laufenden Jahr wurden bis einschließlich Juli bereits 930 Einheiten abgesetzt, womit das Vorjahresergebnis bereits übertroffen wurde. Einen monatlichen Rekord verzeichnete das Unternehmen im März mit 331 Neuzulassungen. Die Modellpalette soll dort bald um das SUV L03 und den Van X9 erweitert werden.

Parallel dazu verfolgt das Unternehmen eine gezielte Strategie, um EU-Zöllen auf in China produzierte Fahrzeuge zu entgehen. Medienberichten zufolge wird das Modell P7+ beim Fertigungspartner Magna Steyr in Österreich produziert.

In einem aktuellen Vergleichstest mit dem Volvo ES90 konnte der P7+ durch sein Preis-Leistungs-Verhältnis überzeugen. Während der ES90 bei 81.490 Euro gelistet wird, liegt der Preis für den XPeng P7+ bei 46.990 Euro.

Markteinführung auf den Philippinen und technologische Meilensteine

Auch außerhalb Europas dehnt XPeng seine Präsenz aus. Auf den Philippinen wurden gestern die Vorbestellungen für den vollelektrischen Van X9 eröffnet, dessen Auslieferung noch im September beginnen soll. Das Fahrzeug basiert auf einer 800-Volt-Architektur und verfügt über eine 110-kWh-Batterie, die eine Reichweite von bis zu 615 Kilometern nach WLTP-Standard ermöglicht. Die Ladeleistung wird mit bis zu 542 Kilowatt angegeben, was eine Aufladung von 10 auf 80 Prozent innerhalb von 12 Minuten erlaubt.

Die technologischen Ambitionen zeigen sich zudem im Bereich der Robotik. Der humanoide Roboter „XPeng Iron“ soll bis Ende 2026 in die Massenproduktion gehen. Entgegen ursprünglicher Pläne setzt das Unternehmen hierbei zunächst auf semi-solide Batterien – eine Hybridtechnologie aus festen und flüssigen Bestandteilen.

Berichten zufolge verzögert sich der Einsatz von reinen Festkörperbatterien, da die aktuellen Prototypen führender Zulieferer die Anforderungen noch nicht erfüllen konnten. Erst am vergangenen Montag wurde bekannt, dass XPeng für seine Robotik-Sparte über 900 Millionen US-Dollar an Kapital aufgenommen hat.

Herausforderungen am Aktienmarkt

An der Börse spiegelt sich die operative Expansion derzeit noch nicht in steigenden Kursen wider. Die XPeng-Aktie notiert mit 9,60 Euro nur knapp 4,2 % über ihrem 52-Wochen-Tief, das gestern markiert wurde. Seit Jahresbeginn hat das Papier rund 47 % an Wert verloren. Analysten hatten nach den jüngsten Quartalszahlen vor gut einer Woche ihre Kursziele gesenkt, was den Druck auf den Titel weiter erhöhte.

Obwohl die fundamentale Entwicklung durch neue Märkte und lokale Produktionen vorangetrieben wird, bleiben geopolitische Hürden ein zentrales Thema. In Indonesien verzögert sich der Verkaufsstart des SUV-Modells GX, da die Konfiguration für Rechtsverkehr noch nicht abgeschlossen ist, obwohl das Fahrzeug bereits auf der Messe GIIAS 2026 präsentiert wurde.

Zudem lastet der Konkurrenzdruck schwer: Der Mitbewerber Leapmotor konnte im August mit über 103.000 Auslieferungen einen neuen Rekord aufstellen und wächst in Europa derzeit deutlich schneller als XPeng.

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