XPeng schickt sein neuestes Modell früher auf die Straße als geplant – und baut gleichzeitig die Partnerschaft mit Volkswagen deutlich aus. Trotz dieser doppelten guten Nachricht bleibt der Aktienkurs unter Druck. Ein Widerspruch, der zeigt: operative Erfolge allein reichen derzeit nicht, um die Stimmung zu drehen.
Vorgezogener Start für das KI-Modell MONA M03
Firmengründer He Xiaopeng verkündete am Montag eine Überraschung: Die Auslieferung der Hochleistungsvariante MONA M03 Ultra SE startet bereits nächste Woche. Ursprünglich war August als Startmonat vorgesehen. Hohe Nachfrage und schnellere Testverfahren erlaubten es XPeng, den Zeitplan vorzuziehen.
Die Ultra SE positioniert sich als Technologieführer im Preissegment um 150.000 Renminbi. Zwei selbst entwickelte Turing-KI-Chips liefern zusammen 1500 TOPS Rechenleistung. Diese Hardware treibt XPengs zweite Generation des „Vision-Language-Action“-Modells an – konzipiert für komplexes Stadtfahren und autonomes Einparken. Nach internen Tests zeigte sich das System besonders stark in engen, verstopften Verkehrssituationen. Das Projektteam entschied deshalb, diese Variante vorzuziehen.
VW-Kooperation erreicht Verbrenner und Hybride
Parallel zum MONA-Vorstoß wächst die technische Zusammenarbeit mit Volkswagen. Berichte vom 26. Juli bestätigen: Die gemeinsam entwickelte Elektrik/Elektronik-Architektur war ursprünglich nur für batterieelektrische Fahrzeuge gedacht. Jetzt wandert sie auch in Volkswagens Verbrenner- und Plug-in-Hybrid-Plattformen in China.
Diese „China Electrical Architecture“ soll die Zahl der Steuergeräte um bis zu 30 Prozent senken. Das drückt die Produktionskosten und ermöglicht gleichzeitig schnellere Over-the-Air-Updates sowie modernere Fahrassistenzsysteme. Für XPeng bedeutet die Ausweitung auf Benziner und Hybride: Die eigene Software-Technologie lässt sich über eine viel größere Fahrzeugflotte monetarisieren.
Regulatorische Kontrolle bleibt bestehen
Während XPeng auf Wachstum und Technologielizenzierung setzt, bleibt der Konzern im Visier chinesischer Behörden. Am 24. Juli besuchten Vertreter des Ministeriums für Industrie und Informationstechnologie das Werk in Zhaoqing. Geprüft wurden Produktionskonsistenz und Sicherheitsvorkehrungen – Teil einer breiteren Regulierungsinitiative für vernetzte, intelligente Fahrzeuge.
An der Börse spiegelt sich die Doppelbotschaft aus Fortschritt und Kontrolle bislang nicht positiv. Die Aktie notiert bei 11,16 Euro und liegt damit rund 54 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 24,40 Euro aus dem November 2025. Der RSI von 42,5 und ein Kurs unterhalb des 50-Tage-Durchschnitts von 12,35 Euro zeigen: Anleger wägen die positiven Produktionsnachrichten weiterhin gegen die Volatilität im gesamten Sektor ab.
Die vorgezogene Auslieferung der Ultra SE dürfte in den kommenden Wochen erste konkrete Verkaufszahlen liefern. Ob sich daraus auch eine Stabilisierung des Kurses ergibt, hängt davon ab, wie der Markt die Kombination aus Technologiefortschritt und anhaltender regulatorischer Beobachtung bewertet.
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