XPeng notiert am heutigen Mittwoch bei 9,20 Euro und damit auf einem neuen 52-Wochen-Tief, ein Minus von 1,7 Prozent gegenüber dem Vortag. Die Marke markiert das schwächste Kursniveau seit einem Jahr – dabei liefert der chinesische Elektroautobauer operativ derzeit gute Nachrichten.
Humanoide Roboter laufen vom Band
Am 8. September nahm XPeng offiziell die Produktionslinie für den humanoiden Roboter IRON in Betrieb. Der erste Einheit lief mit einem Automatisierungsgrad von über 80 Prozent bei den Kernprozessen vom Band. Das Unternehmen strebt bis Ende 2026 die Serienproduktion an, kommerzielle Auslieferungen sollen 2027 folgen.
Parallel hatte die Robotik-Sparte von XPeng erst wenige Tage zuvor mehr als 900 Millionen US-Dollar bei einer Bewertung von 6,3 Milliarden US-Dollar eingesammelt – die größte Einzelfinanzierungsrunde im chinesischen Sektor der verkörperten künstlichen Intelligenz. Investoren wie IDG Capital, Tencent und Alibaba beteiligten sich an der Runde.
Der Markt honoriert diese Fortschritte bislang kaum. Die Aktie hat seit Jahresbeginn 49 Prozent verloren, in den vergangenen 30 Tagen ging es um 12 Prozent nach unten. Offenbar überwiegen bei Anlegern die Sorgen um das Kerngeschäft die Euphorie über die Zukunftstechnologie.
Auslandsgeschäft wächst, doch Preisdruck bleibt
Im zweiten Quartal 2026 erzielte XPeng einen Umsatz von 19,74 Milliarden Yuan bei einer Bruttomarge von 20,7 Prozent. Besonders bemerkenswert: Die Auslandsauslieferungen überstiegen erstmals die Marke von 20.000 Einheiten, ein Plus von 81 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Internationale Märkte trugen im ersten Halbjahr 2026 bereits ein Viertel des Konzernumsatzes bei. Für das dritte Quartal 2026 stellte das Unternehmen 115.000 bis 121.000 Fahrzeugauslieferungen in Aussicht.
Vorstandschef He Xiaopeng berichtete auf dem Earnings Call, die neu verbuchten Bestellungen im dritten Quartal seien sequenziell um mehr als 50 Prozent auf einen Rekordwert gestiegen. Das neue Flaggschiff-SUV G9L, das im August zum Preis ab 259.800 Yuan in den Vorverkauf ging, soll gemeinsam mit dem GX-SUV eine Doppel-Flaggschiff-Strategie bilden. Im vierten Quartal soll zudem das Modell Mona L05 starten, mit dem Ziel, monatliche Verkäufe von mehr als 60.000 Einheiten zu erreichen.
Auf der Auslieferungsseite lief es im August mit 39.107 verkauften Fahrzeugen weiter stabil, ein Plus von 4 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Kumuliert hat XPeng inzwischen mehr als 1,2 Millionen Fahrzeuge weltweit ausgeliefert. In Guangzhou erhielt das Unternehmen zudem eine Genehmigung, autonome Testfahrten ohne Sicherheitsfahrer an Bord auf bestimmten Teststrecken durchzuführen.
Analysten uneins über weiteren Kurs
Nach den Quartalszahlen reagierten mehrere Analysehäuser Ende August mit gesenkten Kurszielen. Barclays bekräftigte damals seine Underweight-Einstufung mit einem Kursziel von 14 US-Dollar und verwies auf Zweifel an den Auslieferungsprognosen für das dritte Quartal.
BofA Securities dagegen reagierte auf die Finanzierungsrunde der Robotik-Sparte mit einer Kaufempfehlung und einem Kursziel von 19 US-Dollar. Die geteilten Einschätzungen datieren allerdings bereits zwei Wochen zurück und spiegeln nicht notwendigerweise die aktuelle Stimmung wider.
Für Anleger bleibt die Gemengelage komplex: Operative Fortschritte bei Auslandsgeschäft und Robotik stehen einem Kurs gegenüber, der sich auf Talfahrt befindet. Ob die für das vierte Quartal angepeilten 60.000 Monatsverkäufe und der Start des Mona L05 die Wende bringen, dürfte sich erst in den kommenden Monaten zeigen.
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