Der chinesische Elektroautobauer XPeng baut seine operative Präsenz in Europa weiter aus. Wie das Unternehmen heute bekannt gab, schloss der Hersteller den ersten Produktionsversuch des Modells G9L im Fahrzeugwerk des Auftragsfertigers Magna im österreichischen Graz erfolgreich ab. Es handelt sich nach Unternehmensangaben um das vierte Modell von XPeng, das in Europa gefertigt wird. Das erste auf europäischem Boden montierte Exemplar soll noch vor der geplanten Weltpremiere am 12. Oktober nach Paris transportiert werden.
Die Fertigung in Graz markiert einen konkreten industriellen Schritt auf dem europäischen Markt. XPeng plant, im Rahmen des Pariser Autosalons am 12. Oktober die weltweite Markteinführung des G9L vorzunehmen, die europäischen Bestellbücher zu öffnen und offizielle Preise für Europa bekanntzugeben. Die Markteinführung des Fahrzeugs war bereits vor gut einer Woche angekündigt worden; seither verzeichnete die Aktie ein Plus von 0,9 Prozent.
Hohe Auslieferungen im dritten Quartal
Operativ stützt sich die europäische Expansion auf wachsende Absatzzahlen im Heimatmarkt. Im September 2026 lieferte XPeng 41.256 Fahrzeuge aus, was einem Anstieg von 5 Prozent gegenüber dem Vormonat entspricht.
Für das gesamte dritte Quartal 2026 beliefen sich die Auslieferungen auf 118.390 Einheiten – ein Zuwachs von 15 Prozent im Vergleich zum Vorquartal. Die Verkäufe des Modells L03 überstiegen im September die Marke von 10.000 Einheiten.
Gleichzeitig gab es Veränderungen in der Führungsvergütung. Brian Hongdi Gu, Vice Chairman und Co-President von XPeng, erhielt am 2. Oktober nach dem Stichtag am 1. Oktober 250.000 Class-A-Stammaktien ohne Zuzahlung aus der Zuteilung von Restricted Share Units.
Zurückhaltung bei Analysten und am Markt
Trotz der operativen Fortschritte und der anziehenden Auslieferungszahlen bleibt die Stimmung am Kapitalmarkt verhalten. Medienberichten zufolge stufte JPMorgan die Aktie am 29. September von „Overweight“ auf „Neutral“ herab und reduzierte das Kursziel deutlich von 24,00 $ auf 11,50 $.
An den Handelsplätzen spiegelt sich diese Skepsis im Jahresverlauf wider. Das Wertpapier notiert aktuell bei 8,53 Euro und liegt seit Jahresanfang mit 53 Prozent im Minus. Ob die europäische Fertigung und die anstehende Pariser Premiere ausreichen, um das Momentum der Aktie nachhaltig zu drehen, muss sich nach dem offiziellen Bestellstart zeigen.
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