XPeng hat sein neues Flaggschiff-SUV G9L heute in 119 Showrooms in 19 chinesischen Verwaltungsregionen ausgerollt. Die Aktie reagierte mit einem Plus von 2,0 Prozent auf 10,32 Euro. Der Vorverkauf des Modells war bereits zu einem Einstiegspreis von 259.800 Yuan, umgerechnet rund 38.530 US-Dollar, gestartet.
Zwei Antriebsvarianten und globale Ambitionen
Der G9L kommt sowohl als reines Batterie-Elektrofahrzeug als auch mit Extended-Range-Antrieb (EREV) auf den Markt. Damit adressiert XPeng gezielt Käufer, die wegen begrenzter Ladeinfrastruktur zögern, komplett auf reine Elektroantriebe umzusteigen.
Am 13. August hatte das Unternehmen bereits bestätigt, dass der G9L als globales Modell konzipiert ist. Technisch setzt XPeng dabei auf drei selbst entwickelte Turing-KI-Chips mit einer Rechenleistung von 2.250 TOPS sowie eine 800-Volt-Schnellladeplattform. Diese Kombination aus hoher Rechenleistung und schnellem Laden soll den G9L auch außerhalb Chinas konkurrenzfähig machen.
Der breite Rollout in fast zwei Dutzend Regionen zeigt, wie stark XPeng auf das neue Modell setzt, um verlorenen Schwung zurückzugewinnen. Die Aktie notiert derzeit rund 9,1 Prozent unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt und hat seit Jahresbeginn 43 Prozent an Wert verloren. Vom 52-Wochen-Hoch bei 24,40 Euro, erreicht im vergangenen November, trennen das Papier aktuell 58 Prozent.
Porsche-Kooperation als zusätzlicher Baustein
Parallel zur Modelloffensive verdichten sich Berichte über eine Zusammenarbeit mit Porsche in Europa. Die Volkswagen-Tochter soll demnach XPengs E-Antriebstechnologie und Emissionsgutschriften nutzen, um die CO2-Vorgaben der Europäischen Union zu erfüllen, nachdem Porsche aus dem konzerninternen Emissionsverbund ausgeschieden ist.
Für XPeng wäre eine solche Partnerschaft ein Signal, dass die eigene Technologie auch bei etablierten europäischen Herstellern Anklang findet – über den chinesischen Heimatmarkt hinaus.
Im Kerngeschäft liefert der GX weiterhin solide Zahlen: Im Juli avancierte das Flaggschiff-SUV mit 7.140 ausgelieferten Einheiten zum zweitverkaufsstärksten Modell der Marke, hinter der Limousine MONA M03. Diese soll am 27. August offiziell in China lanciert werden.
Blick auf die kommenden Wochen
Der eigentliche Prüfstein für Anleger folgt jedoch erst am 24. August, wenn XPeng vor Handelsbeginn in den USA seine unaudierten Zahlen für das zweite Quartal 2026 vorlegt. Bis dahin dürfte der Markt genau beobachten, ob die neuen Modelle G9L und MONA M03 tatsächlich Bestellungen generieren, die den Abwärtstrend der vergangenen Monate durchbrechen können.
Der RSI von 39,1 signalisiert derzeit keine überverkaufte Extremsituation, lässt aber auch keinen unmittelbaren Trendwechsel erkennen. Mit einem Abstand von lediglich 3,3 Prozent zum 52-Wochen-Tief bleibt der Spielraum nach unten begrenzt – die Reaktion auf die Produktoffensive und die kommenden Quartalszahlen dürfte daher richtungsweisend für die kurzfristige Kursentwicklung sein.
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