XPeng stellt sich neu auf. Aus dem reinen Elektroautobauer soll ein Konzern für „Physical AI“ werden, also für KI in Fahrzeugen, Robotern und autonomen Systemen. Bei der Vorlage der Zahlen für das erste Quartal 2026 bestätigte XPeng auch den neuen chinesischen Namen: XPeng Group.
Für die Aktie kommt der Strategiewechsel in einer heiklen Phase: Die Marge steigt, aber Absatz und Ergebnis bleiben unter Druck.
Marge hält trotz Absatzrückgang
Im jüngsten Quartal erzielte XPeng einen Umsatz von 13,03 Milliarden Renminbi. Das entspricht etwa 1,89 Milliarden US-Dollar und lag 17,6 Prozent unter Vorjahr.
Der Lichtblick steckt in der Profitabilität. Die Bruttomarge sprang auf 20,6 Prozent, nach 15,6 Prozent im Vorjahreszeitraum.
Die Auslieferungen sanken um 33,3 Prozent auf 62.682 Fahrzeuge. Eigene Entwicklung über den gesamten Technologie-Stack senkte Kosten und half der Marge.
Unter dem Strich weitete sich der Nettoverlust auf 1,78 Milliarden Renminbi aus, umgerechnet rund 260 Millionen US-Dollar. Ein zentraler Treiber waren die Ausgaben für Forschung und Entwicklung, die um 46,8 Prozent stiegen.
Die Kasse bleibt vorerst gut gefüllt. Ende März hielt der Konzern liquide Mittel von 42,09 Milliarden Renminbi.
Die Aktie schloss am Donnerstag bei 14,10 Euro. Auf Wochensicht steht ein Plus von 5,22 Prozent, seit Jahresbeginn bleibt ein Minus von 19,20 Prozent.
Roboter und Robotaxis werden zum Prüfstein
Der Strategiewechsel bekommt nun konkrete Projekte. Vorstandschef He Xiaopeng will den humanoiden Roboter IRON bis Jahresende in die Serienproduktion bringen.
Zuerst soll der Roboter in eigenen Showrooms arbeiten. Kommerzielle Auslieferungen in China und im Ausland sollen im kommenden Jahr folgen.
Bei autonomen Fahrzeugen testet XPeng bereits eine L4-Robotaxi-Flotte auf öffentlichen Straßen in Guangzhou. Der Pilotbetrieb soll im dritten Quartal starten.
Die Plattform nutzt redundante Hardware und ein Modell auf Basis von zwei Turing-SoCs. Sie soll unabhängig von einzelnen Fahrzeugmodellen funktionieren.
Ausland und Software liefern Rückenwind
International wächst XPeng schneller als im Heimatmarkt. Ab dem zweiten Quartal soll das Ausland mehr als 20 Prozent des Konzernumsatzes liefern.
Im April überschritten die Auslieferungen außerhalb Chinas erstmals 6.000 Fahrzeuge. Bis zum Schlussquartal peilt XPeng monatlich mehr als 10.000 internationale Auslieferungen an.
Auch die Assistenzsoftware gewinnt an Gewicht.
Die Fahrstrecken-Penetration des Assistenzsystems VLA 2.0 lag im April über 50 Prozent. XPeng testet die Technik derzeit in Europa.
Beim neuen Flaggschiff GX kam Nachfrage hinzu. Das Modell sammelte in den ersten 12 Stunden mehr als 24.000 Bestellungen.
Der nächste Messpunkt ist der Robotaxi-Start im dritten Quartal. Gelingt der Pilotbetrieb ohne operative Rückschläge, bekommt die neue XPeng-Story mehr Substanz. Bis dahin bleibt die Aktie ein Spagat zwischen verbesserter Marge, hohem Forschungsaufwand und schwachem Jahreschart.
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