Die Zeiten waren besser für XPeng. Der chinesische E-Auto-Hersteller steckt tief im roten Bereich, kratzte vor zwei Wochen am Jahrestief. Dann kam Juni — und eine Wende.
40.126 Auslieferungen meldet das Unternehmen für den vergangenen Monat. Ein Plus von knapp 16 Prozent zum Vorjahr, 25 Prozent mehr als im Mai. Zusammengefasst: 103.295 Fahrzeuge im zweiten Quartal. Das ist mehr, als viele Beobachter erwartet hatten.
Die Aktie reagierte prompt. Am Freitag schloss sie bei 11,66 Euro, ein Wochenplus von 9,4 Prozent. Auf Jahressicht bleibt jedoch ein Minus von 33 Prozent. Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 24,40 Euro beträgt über 50 Prozent.
Das MONA-Projekt startet
Der große Hoffnungsträger heißt MONA L03. Am 2. Juli startete XPeng den Vorverkauf in China. Das Modell ist der erste Wagen der neuen MONA-Submarke. Die Zielgruppe: junge Käufer mit schmalerem Budget.
Die Preise liegen zwischen 143.800 und 165.800 Yuan — umgerechnet rund 18.000 bis 21.000 Euro. Ein globaler Marktstart folgt noch im Juli. XPeng will so eine neue Käuferschicht erschließen, die sich die teureren Modelle G6, P7 Plus oder G9 nicht leisten kann.
Zwischen Wachstum und Verlusten
Die Auslieferungszahlen sind ein klares Signal. Vor allem das GX-Modell läuft: 6.739 Einheiten im Juni, die 10.000ste Produktion wurde geknackt. Der operative Motor läuft.
Gleichzeitig bleibt die Profitabilität eine offene Baustelle. XPeng schreibt noch immer Verluste, das Kurs-Gewinn-Verhältnis ist negativ. Eine Analyse bewertet die Finanzkraft des Unternehmens mit 4 von 10 Punkten.
Der Konzern setzt auf zwei Hebel: das Volumengeschäft mit MONA und die Premiumsparte. Hinzu kommen Projekte im Bereich humanoider Roboter und sogenannter Physical AI. Die Kommerzialisierung ist für Ende 2026 geplant.
Kurz gesagt: XPeng liefert mehr Autos, spricht breitere Käuferschichten an und testet neue Geschäftsfelder. Die Frage ist, ob das reicht, um die Verluststrecke zu beenden — und das Vertrauen der Anleger zurückzugewinnen.
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