XPeng gibt sich nicht mehr nur als Elektroauto-Hersteller. Der chinesische Konzern positioniert sich zunehmend als KI-Unternehmen. Rund 500 Millionen Dollar pro Jahr fließen in das Training von KI-Modellen – eine Ansage.
Analysten reagieren positiv auf den Kurswechsel. Daiwa Securities hob die Umsatzprognose für 2027 um 13 Prozent an. Grund: die erwarteten Erlöse aus humanoiden Robotern und autonomem Ride-Hailing.
Technologischer Vorsprung im autonomen Fahren
Die hauseigene Fahrplattform VLA2.0 ist in die Massenproduktion gegangen. Im ersten Monat nach dem Update lag der Assistenzfahr-Anteil bei über 50 Prozent der Nutzerkilometer. Ein starkes Signal.
Seit Anfang Juni ist zudem das System X-Foresight verfügbar. Es nutzt ein sogenanntes „World Model“, das Umgebungen vorhersagt, um Entscheidungen zu verbessern. Dr. Xianming Liu, Leiter des KI-Zentrums, beziffert die monatlichen Trainingskosten auf rund 300 Millionen RMB – umgerechnet etwa 41 Millionen Dollar.
Expansion in neue Geschäftsfelder
Auf der Konferenz CVPR 2026 zeigte XPeng seinen „Physical AI“-Fortschritt. Der humanoide Roboter „IRON“ soll bis Jahresende serienreif sein. Ab dem ersten Quartal 2027 plant das Unternehmen den Einsatz als Shopping-Guide in eigenen Filialen.
Parallel dazu startet das Robotaxi-Geschäft. Im dritten Quartal beginnt der Betrieb in Guangzhou. Die kommerzielle Auslieferung und Hochskalierung der Produktion sollen zum Jahresende folgen. Das erste massengefertigte Robotaxi hat bereits das Band verlassen.
Die Aktie notiert aktuell bei 13,80 Euro – das sind 43 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch. Auf Jahressicht verliert das Papier rund 21 Prozent. Der Markt scheint die Ambitionen noch nicht einzupreisen.
HSBC sieht das anders. Die Bank bestätigte ihr „Buy“-Rating, senkte das Kursziel aber leicht von 27,7 auf 26,8 Dollar. Grund: die verbesserten Mai-Lieferungen mit 32.158 Fahrzeugen, ein Plus von vier Prozent zum Vormonat. HSBC erwartet für das zweite Quartal eine Auslieferungsspanne von 100.000 bis 106.000 Einheiten – ein sequenzielles Wachstum von über 60 Prozent. Neue Produktionszyklen und die Expansion ins Ausland sollen die Erlöstransparenz erhöhen und im zweiten Halbjahr für deutlich stärkeres Wachstum sorgen.
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