Die Aktie des chinesischen Elektroauto-Herstellers XPeng gerät am heutigen Donnerstag massiv unter Druck und markiert im deutschen Handel bei 9,40 Euro ein neues 52-Wochen-Tief. Damit setzt sich die seit Monaten anhaltende Talfahrt fort, die das Papier seit Jahresbeginn bereits 47 % an Wert kostete.
Zwar konnte das Unternehmen für den Monat August ein leichtes Absatzwachstum vermelden, doch die tiefroten Zahlen des ersten Halbjahres und schrumpfende Margen verunsichern die Anleger zunehmend.
Divergenz zwischen Absatz und Rentabilität
Am Dienstag veröffentlichte XPeng die Auslieferungszahlen für August, die mit 39.107 Fahrzeugen ein Plus von 4 % im Vergleich zum Vorjahresmonat ausweisen. Dieser moderate Zuwachs steht jedoch im Schatten einer deutlich schwächeren Bilanz für das erste Halbjahr 2026. In den ersten sechs Monaten des Jahres sanken die Gesamtauslieferungen um 15,8 % auf 166.000 Einheiten. Damit verliert XPeng gegenüber Wettbewerbern an Boden: Leapmotor konnte im selben Zeitraum die Auslieferungen um über 60 % auf mehr als 350.000 Fahrzeuge steigern, während auch NIO ein deutliches Absatzplus verzeichnete.
Besonders die finanzielle Entwicklung belastet die Bewertung. Der Nettoverlust im ersten Halbjahr weitete sich auf 3,12 Milliarden Yuan aus, nachdem er im Vorjahreszeitraum noch bei 1,14 Milliarden Yuan gelegen hatte. Allein im zweiten Quartal betrug der Nettoverlust 1,34 Milliarden RMB. Kritisch sehen Analysten vor allem die Entwicklung der Fahrzeugmarge, die von 14,3 % im Vorjahr auf 12,1 % zurückging.
Branchenweiter Preisdruck in China
XPeng steht nicht allein vor Herausforderungen; der gesamte chinesische Automarkt leidet unter einer schwachen Einzelhandelsnachfrage. Die Analysten von JPMorgan verwiesen jüngst auf das schwierige Marktumfeld, was bereits am vergangenen Samstag zu Kurszielsenkungen nach den Quartalszahlen führte.
Laut Schätzungen der China Passenger Car Association (CPCA) stieg der Großhandelsabsatz für New Energy Vehicles (NEV) im August zwar um 16 % auf 1,51 Millionen Einheiten, doch der Wettbewerb wird durch aggressive Preisstrategien von Marktführern wie BYD und Tesla China verschärft.
Medienberichten zufolge deutet eine aktuelle Berechnung des inneren Wertes auf Basis eines Discounted-Cashflow-Modells auf eine Überbewertung der XPeng-Aktie hin.
Während optimistische Schätzungen den fairen Wert deutlich höher ansetzen, beziffern vorsichtige Modelle den inneren Wert auf rund 10 US-Dollar, was den jüngsten Kursverfall an den US-Börsen untermauert. Gestern schloss das Papier an der Nasdaq bei 11,16 US-Dollar und rutschte damit auch dort auf den tiefsten Stand seit zwölf Monaten.
Lichtblicke im Export und im Technologiesegment
Trotz der prekären Kurslage gibt es operative Fortschritte abseits des chinesischen Kernmarktes. In Israel konnte XPeng im Zeitraum von Januar bis August 2026 mit 4.011 importierten Einheiten die Führung unter den chinesischen Marken übernehmen und verwies Konkurrenten wie BYD und Tesla auf die Plätze.
Zudem erhielt das Unternehmen in Guangzhou eine Genehmigung für Ferntests seiner Robotaxis, was die Ambitionen im Bereich des autonomen Fahrens unterstreicht.
Zusätzliches Kapital floss der Gruppe durch die Robotik-Tochter Dogotix zu, die am vergangenen Montag eine Finanzierungsrunde über 900 Millionen US-Dollar abschloss. Dennoch bleibt die finanzielle Stabilität des Kerngeschäfts das Hauptaugenmerk der Börse. Bei einem aktuellen Kurs von 9,49 Euro notiert die Aktie nur minimal über ihrem heute erreichten Jahrestief und kämpft weiterhin mit der schwachen operativen Dynamik im Vergleich zur Konkurrenz.
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