XPeng hat im Juli 2026 weltweit 38.027 Fahrzeuge ausgeliefert. Das entspricht einem Plus von knapp 4 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat, doch gegenüber Juni sank die Zahl um 5,23 Prozent. Damit blieb der chinesische Elektroautobauer deutlich unter den Erwartungen der Deutschen Bank, die mit bis zu 45.000 Fahrzeugen gerechnet hatte. Grund für die Lücke sind laut den vorliegenden Zahlen Lieferengpässe beim neuen Mona L03, dessen Produktionshochlauf noch nicht die volle Kapazität erreicht hat.
Die kumulierten Auslieferungen von XPeng kletterten damit auf 1.223.828 Fahrzeuge seit Verkaufsstart der Marke. Für die ersten sieben Monate des laufenden Jahres summiert sich die Bilanz auf 204.004 Einheiten, ein Rückgang von 12,78 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Im chinesischen Markt reichte die Julimenge für Platz vier hinter SAIC-GM-Wuling, Leapmotor und Huawei HIMA – Nio, Li Auto und Zeekr lagen dahinter. Leapmotor knackte mit 101.267 Fahrzeugen erstmals die Marke von 100.000 Auslieferungen in einem Monat.
Mona L03 als Verkaufsschlager mit Lieferstau
Der Mona L03 dürfte den Engpass in den kommenden Monaten auflösen, sofern die Nachfrage anhält. Das kompakte Elektro-SUV ging am 16. Juli in München offiziell an den Start und kostet in China ab 123.800 Yuan, umgerechnet rund 18.240 US-Dollar. Die ersten Auslieferungen begannen am 22. Juli. Innerhalb von sieben Minuten nach Bestellstart gingen mehr als 20.000 Order ein, inzwischen zählt XPeng über 50.000 nicht stornierbare Bestellungen. Kunden müssen sich derzeit auf Wartezeiten von 13 bis 17 Wochen einstellen – ein Signal für hohe Nachfrage, aber auch für die Produktionsschwäche, die im Juli auf die Gesamtzahlen drückte.
Das SUV soll laut Unternehmensangaben in diesem Jahr in 65 Ländern und Regionen eingeführt werden. Für Australien plant XPeng zusätzlich fünf neue Modelle in der zweiten Jahreshälfte. Der Vorgängertyp Mona M03 kam zwischen August 2024 und Mai 2026 auf mehr als 272.000 verkaufte Einheiten in China – eine Basis, auf der das Unternehmen beim Nachfolger aufzubauen versucht.
Selbstfahrtechnik und internationale Expansion als Wachstumshebel
Parallel zur Modelloffensive treibt XPeng seine Fahrassistenzsysteme voran. Das NGP-System mit dem VLA-2.0-Modell soll ab 2027 weltweit ausgerollt werden, für Australien hat das Unternehmen die Einführung der XNGP-Technologie ab demselben Jahr bestätigt. Das System arbeitet rein kamerabasiert ohne LiDAR und ohne vorab kartierte Straßen – ein Ansatz, den der Analyst Michael Dunne mit dem von Tesla vergleicht, wobei XPeng nach seiner Einschätzung mit der „Physical AI“-Schicht besser auf Ausnahmesituationen reagieren könnte. Ein XPeng-Vertreter namens Terry Zhang erklärte dazu, außerhalb Chinas sei die Technologie noch nicht im Einsatz, doch das ändere sich ab 2027. Der neue L03 unterstützt das System bereits, das ältere Modell G6 hingegen nicht. Für das Gesamtjahr rechnet XPeng damit, dass internationale Verkäufe mehr als 20 Prozent des Umsatzes ausmachen, unter anderem gestützt durch eine Kooperation mit Volkswagen zu zwei B-Klasse-Elektrofahrzeugen auf Basis der G9-Plattform. Für das erste robotaxi-taugliche L4-Testprogramm ist der Start im dritten Quartal 2026 vorgesehen.
Aktie bleibt unter Druck
An der Börse spiegelt sich die durchwachsene Nachricht in einem angeschlagenen Kursbild wider. Das XPeng-Papier schloss am Freitag bei 11,28 Euro und liegt damit seit Jahresbeginn 37,51 Prozent im Minus. Auch der gleitende 50-Tage-Durchschnitt wird mit einem Abstand von 7,80 Prozent nach unten unterschritten, was auf eine anhaltend schwache mittelfristige Kursdynamik hindeutet. Die verfehlten Lieferziele im Juli dürften Anleger daher kaum überzeugen, auch wenn die Auftragslage beim Mona L03 auf eine mögliche Erholung der Auslieferungszahlen in den kommenden Monaten hindeutet.
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