Liebe Leserin, lieber Leser,
nur kurz haben die Aktienmärkte auf die Quartalszahlen von Xiaomi positiv reagiert. Die Papiere des chinesischen Technologiekonzerns verbesserten sich, ausgehend von 2,78 Euro, nach dem 19. August in Frankfurt vor dem Wochenende bis auf 3,17 Euro. Doch mittlerweile werden für die Xiaomi-Aktie, trotz aktueller Verbesserung, nur noch 3,11 Euro aufgerufen. Zur Einordnung: Ende Juli war sie noch bei 3,62 Euro gehandelt worden, hat seitdem also deutlich abgegeben.
Xiaomi weiter unter den Vorjahreszahlen
Der Hintergrund: Die vorläufigen Zahlen vom 19. August waren nicht wirklich gut – zumindest im Jahresvergleich: Im zweiten Quartal 2026 erzielte Xiaomi einen Umsatz von 108,9 Mrd. RMB. Damit lag dieser 6,1 % unter dem Vorjahreswert, stieg gegenüber dem ersten Quartal 2026 jedoch um 9,9 %.
Das Betriebsergebnis belief sich auf 10,9 Mrd. RMB und lag damit 19,1 % unter dem Vorjahresniveau. Im Vergleich zum ersten Quartal 2026 konnte Xiaomi den Gewinn allerdings mehr als verdoppeln (+104,6 %). Tatsache ist: Xiaomi hatte im Vorjahr weitaus erfolgreicher gearbeitet.
- Besonders deutlich fiel der Rückgang beim bereinigten Nettogewinn aus
- Dieser lag mit 6,2 Mrd. RMB 42,6 % unter dem Vorjahreswert, so der Bericht
Xioami erneut mit Verlust bei Elektroautos
Keine Frage, dass auch die Sparte „Smart EV, AI and Other New Initiatives“, die vor allem das Geschäft mit Elektroautos umfasst, sich gegenüber dem ersten Quartal 2026 verbesserte, aber erneut nicht profitabel agierte. Der operative Verlust belief sich im zweiten Quartal laut elektrive.net auf 2,6 Milliarden RMB. Damit schreibe der Bereich das zweite Quartal in Folge rote Zahlen.
Dasselbe Bild auch hier: Gegenüber dem ersten Quartal, als noch ein Minus von 3,1 Milliarden RMB angefallen war, habe Xiaomi den Verlust reduziert. Aber: „Zuvor hatte die Sparte im dritten und vierten Quartal 2025 schwarze Zahlen geschrieben und damit erstmals auch ein Gesamtjahr mit operativem Gewinn abgeschlossen“, so der Bericht.
Vom Jahresziel ist Xiaomi noch weit entfernt
Beim Fahrzeugabsatz zeigt die Entwicklung für Xiaomi demnach weiter nach oben. Der Konzern lieferte zwischen April und Juni 104.199 Elektroautos aus, 28,2 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Gegenüber den 80.856 Fahrzeugen des ersten Quartals entspreche das sogar einem Zuwachs von knapp 29 Prozent. Kumuliert entsprach das 216.322 ausgelieferten Fahrzeugen im ersten Halbjahr. Und doch hat die Sache einen Haken.
- Bezogen auf das kommunizierte Jahresziel von 550.000 Einheiten entspricht das erst 39%
- Um das Ziel zu erreichen, müsste Xiaomi die monatlichen Verkaufszahlen glatt verdoppeln
SUVs von SkyNomad als Rettung?
Wie das tatsächlich gelingen könnte? Die Automobilsparte im Konzern wurde im Juli 2026 um eine neue Submarke ergänzt. „Unter dem Label SkyNomad bringen die Chinesen neue SUV-Modelle auf den Markt“, meldete das Fachmagazin Auto, Motor & Sport vor kurzem. Während Xiaomi auf leistungsstarke, schnittige Elektromodelle setze, solle SkyNomad große, komfortable Fahrzeuge für Familien und Vielreisende bieten. Mit dem N70 und dem größeren N90 schickten die Chinesen gleich zwei Familien-SUV an den Start
Diese spielen laut Auto Bild bei Abmessungen, Platzangebot und Ausstattung in einer Liga mit Audi Q7 und Q9, seien „preislich aber in einer völlig anderen Welt unterwegs“. Optisch unterschieden sich die Modelle deutlich von Xiaomis bisherigen Fahrzeugen. Statt einer sportlich-flachen Silhouette setzen N70 und N90 auf eine kantige SUV-Form. Technisch setzen sie nicht auf reine Elektroantriebe. Xiaomi verbaut einen Range Extender, was Reichweiten von bis zu 1700 Kilometer verspricht. Preislich startet der Skynomad N70 in China bei umgerechnet 33.408 Euro, der N90 soll ab 38.550 Euro zu haben sein. Dass Xiami damit in die Gewinnzone fährt, ist äußerst unwahrscheinlich.
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