Xiaomis Automobilsparte hat im Juli erneut mehr als 30.000 Fahrzeuge ausgeliefert. Damit übertrifft die Sparte diese Marke bereits den vierten Monat in Folge, wie das Unternehmen mitteilte. Die Serie unterstreicht, dass sich die Elektroauto-Produktion nach anfänglichen Anlaufschwierigkeiten stabilisiert hat.
Für das gesamte erste Halbjahr 2026 summieren sich die Auslieferungen auf 185.055 Fahrzeuge. Das entspricht einem Zuwachs von 17,18 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Konzern hat sich für das Gesamtjahr 550.000 ausgelieferte Einheiten vorgenommen. Um dieses Ziel noch zu erreichen, müsste Xiaomi die monatlichen Auslieferungsraten in der zweiten Jahreshälfte deutlich anheben – die bisherigen Halbjahreszahlen liegen noch klar unter dem dafür nötigen Tempo.
Modellmix verschiebt sich zugunsten des SUV
Innerhalb der Fahrzeugpalette zeichnet sich eine Verschiebung ab. Das SUV-Modell YU7 kam im ersten Halbjahr auf 104.559 ausgelieferte Einheiten und liegt damit klar vor der Limousine SU7, die im gleichen Zeitraum 80.496 Fahrzeuge erreichte. Der SUV hat sich damit zum tragenden Volumentreiber der Automobilsparte entwickelt, während die ursprünglich zuerst gestartete Limousine an Gewicht verliert.
Kurs reagiert auf Nachrichtenlage, dann Gewinnmitnahmen
Die Aktie hatte am 27. Juli deutlich zugelegt, nachdem Berichte über operative Fortschritte bei der Premium-Strategie im Smartphone-Geschäft sowie die erfolgreiche Marktpositionierung des neuen SUV-Modells die Runde machten. Der Rückenwind aus dieser Woche spiegelt sich noch in der 30-Tage-Bilanz: Der Titel legte in diesem Zeitraum um 30,69 Prozent zu. Am Freitag kam es jedoch zu einem deutlichen Rücksetzer – der Schlusskurs fiel um 5,00 Prozent auf 3,23 Euro. Solche Gegenbewegungen nach kräftigen Anstiegen sind bei der aktuellen Schwankungsbreite des Titels keine Seltenheit.
Trotz der jüngsten Erholung bleibt die Aktie unter ihrem langfristigen Trend. Zum 200-Tage-Durchschnitt beträgt der Abstand minus 13,27 Prozent, der Kurs notiert also weiterhin spürbar unter diesem Referenzwert. Zum bisherigen 52-Wochen-Hoch vom 25. September 2025 bei 6,51 Euro klafft weiterhin eine erhebliche Lücke. Die kurzfristige Erholung von den Tiefständen ändert damit noch nichts am übergeordneten Abwärtstrend des laufenden Jahres.
Schwacher Umsatz, aber massive KI-Investition
Der operative Hintergrund für die Kursschwankungen liegt auch in den zuletzt vorgelegten Konzernzahlen. Für das erste Quartal 2026 hatte Xiaomi einen Gesamtumsatz von 99,14 Milliarden Yuan gemeldet, ein Rückgang von 10,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der bereinigte Nettogewinn lag bei 6,07 Milliarden Yuan. Im Rahmen dieser Quartalsvorlage hatte das Management zugleich angekündigt, über die kommenden drei Jahre insgesamt 60 Milliarden Yuan in die Entwicklung und Integration von Künstlicher Intelligenz zu investieren.
Diese Kombination aus schrumpfendem Kernumsatz und milliardenschweren Zukunftsinvestitionen prägt weiterhin die Wahrnehmung der Aktie an der Börse. Anleger wägen die wachsende Dynamik im Elektroauto-Geschäft gegen die Belastungen im traditionellen Geschäft und die hohen Ausgaben für KI-Projekte ab. Die Automobilsparte liefert dabei mit den anhaltend starken Monatswerten oberhalb von 30.000 Einheiten zumindest ein positives operatives Signal, während das ambitionierte Jahresziel von 550.000 Fahrzeugen angesichts der bisherigen Halbjahresbilanz ambitioniert bleibt.
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