Xiaomi Aktie: Titan Alloy 2.0 senkt CO2 um 93 Prozent

Xiaomi präsentiert recycelte Aluminiumlegierung für E-Autos, die EU-Standards erfüllt. Aktie legt zu, doch operative Herausforderungen bleiben bestehen.

Auf einen Blick:
  • Recyceltes Aluminium für Fahrzeugteile
  • EU-Zertifikat senkt CO2-Fußabdruck
  • Aktie erholt sich vom Jahrestief
  • SU7 und YU7 prägen Absatzzahlen

Recyceltes Aluminium aus China treibt Xiaomi an die Börse. Die Aktie legt am Freitag um 3,96 Prozent zu und steht bei 2,93 Euro. Auf Wochensicht summiert sich das Plus auf 10,42 Prozent. Grund ist eine Umwelt-Innovation aus der Autosparte, die Xiaomi näher an den europäischen Markt bringt.

Recyceltes Aluminium für den EU-Markt

Xiaomi hat nach eigenen Angaben Chinas erste in Serie produzierte Struktur-Aluminiumlegierung aus komplett recyceltem Material vorgestellt. Titan Alloy 2.0 heißt das Material. Es kommt in den Heckböden der Modelle SU7 und YU7 zum Einsatz.

Trotz der Recycling-Basis erfüllt die Legierung laut Xiaomi alle Festigkeitsanforderungen für sicherheitskritische Fahrzeugteile. Das schwedische Umweltforschungsinstitut IVL hat das Material zertifiziert. Der CO2-Fußabdruck liegt bei 1,1 Kilogramm CO2-Äquivalent pro Kilogramm – rund 93 Prozent weniger als bei herkömmlichem Primäraluminium.

Xiaomi will die neue Legierung schrittweise auf weitere Modelle ausweiten. Die Ankündigung kommt zu einem passenden Zeitpunkt. Der CO2-Grenzausgleichsmechanismus der EU setzt chinesische Importe zunehmend unter Druck.

Was bei Xiaomi sichtbar wird, betrifft die gesamte chinesische Autoindustrie. Wer in Europa bestehen will, muss künftig nicht nur Zölle überwinden. Er braucht auch saubere CO2-Bilanzen. Recyceltes Aluminium und Zertifikate europäischer Institute sind Bausteine einer langfristigen Strategie.

Operative Realität bleibt durchwachsen

Ganz ohne Schatten bleibt die Nachricht nicht. Ob sich der regulatorische Vorteil wirtschaftlich auszahlt, hängt von konkreten Exportplänen ab. Solche Details fehlen bislang.

Im Heimatmarkt zeigt sich das operative Bild derweil gemischt. Der Bestseller SU7 verliert an Schwung, während der neu eingeführte YU7 zunehmend Marktanteile innerhalb des eigenen Auto-Portfolios übernimmt. Kurzfristig bleiben die monatlichen Auslieferungszahlen beider Modelle der wichtigste Gradmesser für den Kurs.

Charttechnik zeigt Erholungstendenz

Der aktuelle Kursanstieg bringt die Aktie näher an den 50-Tage-Durchschnitt von 3,01 Euro heran – nur noch 2,74 Prozent trennen sie davon. Zum 200-Tage-Durchschnitt von 3,89 Euro klafft mit 24,75 Prozent jedoch weiterhin eine deutliche Lücke. Der RSI von 59,5 signalisiert ein neutrales bis leicht positives Momentum, ohne dass die Aktie überkauft wäre.

Seit dem 52-Wochen-Tief von 2,34 Euro Ende Juni hat sich das Papier bereits um knapp 25 Prozent erholt. Zum 52-Wochen-Hoch von 6,51 Euro aus dem September 2025 bleibt der Abstand mit 55,05 Prozent jedoch enorm. Auf Jahressicht steht weiterhin ein Minus von 34,83 Prozent zu Buche, auf Zwölfmonatssicht summiert sich der Verlust auf 52,83 Prozent.

Die Kombination aus Nachhaltigkeitsstrategie und technischer Stabilisierung liefert Argumente für Optimisten. Für eine nachhaltige Trendwende braucht die Aktie aber weitere Impulse. Im weiteren Jahresverlauf soll mit der EREV-Serie Sky Nomad ein zusätzlicher Wachstumstreiber im Automobilgeschäft hinzukommen. Ob die neue Aluminiumlegierung tatsächlich zu konkreten Exporterfolgen und besseren Margen führt, wird sich an den kommenden Auslieferungszahlen von SU7 und YU7 zeigen.

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