Für Xiaomi-Aktionäre bringt der Freitag zwei gegensätzliche Signale: Während Analysten ihr Kursziel für den chinesischen Technologiekonzern kappen, meldet das Unternehmen ambitionierte Ziele im Elektroauto-Geschäft. Am Freitag schloss die Aktie bei 3,04 Euro, ein Tagesplus von 2,13 Prozent – trotz der Kürzung offenbar kein Grund zur Panik unter Anlegern.
Kursziel gesenkt, Details bleiben unklar
Nach Angaben von Marktbeobachtern haben Analysten ihre Kurserwartung für Xiaomi am Freitag nach unten korrigiert. Konkrete Zahlen zur neuen Zielmarke oder das dahinterstehende Analysehaus wurden nicht bekannt. Die Kürzung reiht sich in ein Jahr ein, das für die Aktie ohnehin turbulent verlief: Auf Sicht von zwölf Monaten steht ein Minus von 46,21 Prozent zu Buche. Der Rücksetzer wirft die Frage auf, ob das margenträchtige Auto-Geschäft die Erwartungen der Investmenthäuser tatsächlich erfüllen kann.
Elektroauto-Sparte: große Ziele, durchwachsene Bilanz
Xiaomi-Gründer und CEO Lei Jun äußerte sich am Freitag auf Weibo zu den internationalen Ambitionen der Autosparte. Ein Marktstart in den USA sei derzeit nicht geplant, obwohl ein YU7 Max in den Vereinigten Staaten gesichtet wurde – laut Lei Jun diente das Fahrzeug lediglich Benchmark-Zwecken gegenüber der lokalen Konkurrenz. Beim Elektro-SUV YU7 peilt Xiaomi für das laufende Jahr eine Auslieferung von 550.000 Fahrzeugen an, ein Plus von 34 Prozent gegenüber 2025. Im Dezember 2025 hatte das Unternehmen noch 39.089 Einheiten des Modells ausgeliefert.
Weniger rund läuft es beim Sportwagen SU7 Ultra. Verkaufte Xiaomi im März 2025 noch mehr als 3.000 Einheiten des Modells, waren es im April 2026 nur noch 64 Fahrzeuge. Der Hersteller reagiert mit einem überarbeiteten Heckflügel, der für mehr Abtrieb sorgen und dem SU7 Ultra einen Rundenrekord auf der Nürburgring-Nordschleife gegenüber dem Porsche Taycan Turbo GT ermöglichen soll. Das aktuelle Modell kostet in China 529.900 Yuan und beschleunigt laut Werksangabe in 2,1 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Als schärfster Rivale gilt der Denza Z von BYD, der bei ähnlicher Leistung leichter ausfällt – ein Umstand, der den Absatzeinbruch des Xiaomi-Flaggschiffs miterklären dürfte. Für Anleger ist die Diskrepanz zwischen SUV-Erfolg und Sportwagen-Schwäche ein Signal: Das Massengeschäft trägt, während das Premiumsegment unter verschärftem Wettbewerb leidet.
Smartphone-Sparte liefert neue Impulse
Parallel zur Auto-Offensive treibt Xiaomi sein Kerngeschäft voran. Geleakte Promo-Bilder deuten auf den Marktstart des faltbaren Mix Fold 5 Anfang September hin, noch vor dem Debüt der Xiaomi-18-Serie. Das neue Betriebssystem HyperOS 4 soll mit einem an Apple erinnernden „Soft-Glas-Design“ sowie neuen KI-Funktionen wie Super Xiaoi und einer globalen Google-Gemini-Integration aufwarten. Im Einstiegssegment ist der Redmi 17 5G bereits vorzeitig international gelistet worden – ausgestattet mit Snapdragon-4-Gen-5-Chip, 7.500-mAh-Akku und 50-Megapixel-Kamera, in Deutschland für rund 300 Euro erhältlich.
Für die Aktie bleibt die Gemengelage anspruchsvoll: Ein gesenktes Kursziel trifft auf ein Unternehmen, das im Volumengeschäft wächst, im Premiumsegment aber an Boden verliert. Die kommenden Produktlaunches im September dürften zeigen, ob Xiaomi den Rückstand zum 52-Wochen-Hoch wettmachen kann – die Aktie notiert derzeit 53,57 Prozent darunter.
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