Während die Quartalszahlen vom Dienstag längst verarbeitet sind, rückt bei Xiaomi ein neues Thema in den Vordergrund: Das Unternehmen kündigte an, im September die SUV-Serie „SkyNomad“ auf den Markt zu bringen. Erstmals bietet Xiaomi damit Varianten mit Reichweitenverlängerung an, die auf das Familiensegment zielen. Es ist der nächste Baustein im Aufbau der EV-Sparte, die zuletzt für Diskussionen um die Profitabilität des Konzerns gesorgt hatte.
Der Vorstoß fällt in eine Phase, in der Xiaomi seine Elektroauto-Strategie sichtbar verbreitert. Die Limousine SU7 erreichte im August einen kumulierten Absatz von 500.000 ausgelieferten Einheiten seit dem Verkaufsstart vor rund 28 Monaten. Mit „SkyNomad“ folgt nun ein zweites Modellsegment, das über die reine Limousinen-Nische hinausgeht und eine breitere Käuferschicht ansprechen soll.
Kostendruck bei Speicherchips lässt laut Management nach
Ein zweiter Aspekt aus dem jüngsten Earnings Call dürfte Anleger beruhigen: Das Management erklärte, die Phase des maximalen Kostendrucks bei Speicherchips sei überschritten. Für das zweite Halbjahr 2026 rechnet Xiaomi mit einer Verlangsamung der Preissteigerungen bei Komponenten.
Genau diese Kosten hatten den bereinigten Nettogewinn im zweiten Quartal um 42,6 Prozent auf 6,2 Milliarden Yuan gedrückt, obwohl der Umsatz dank Premium-Strategie bei Smartphones und mehr als 100.000 EV-Auslieferungen im Quartal auf 108,9 Milliarden Yuan gestiegen war. Eine Entspannung bei den Komponentenkosten würde die Marge im zweiten Halbjahr direkt stützen.
Die Aktie hat auf die Nachrichtenlage der vergangenen Woche bereits reagiert und seit den Zahlen am Dienstag um 7,6 Prozent zugelegt. Am heutigen Donnerstag notiert das Papier bei 3,00 Euro und gibt leicht um 0,4 Prozent nach – ein Innehalten nach der jüngsten Erholungsbewegung, die das Papier zuvor über den 50-Tage-Durchschnitt getragen hatte.
Produktoffensive über EVs hinaus
Neben der Auto-Sparte treibt Xiaomi auch das klassische Hardware-Geschäft weiter voran. In Europa brachte das Unternehmen den Monitor „Xiaomi A27Qi 2026″ für 99 Euro auf den Markt, in China stellte man parallel die Laptop-Reihe „Redmi Book 2026″ vor.
Diese Produkte spielen finanziell eine untergeordnete Rolle gegenüber Smartphones und EVs, unterstreichen aber die Breite des Portfolios, mit dem Xiaomi sein IoT-Segment stärkt – dieses war im zweiten Quartal gegenüber dem Vorquartal um 26,7 Prozent gewachsen.
Ausblick: Nächster Prüfstein im November
Ob die angekündigte Entspannung bei den Speicherchip-Preisen tatsächlich eintritt und wie sich „SkyNomad“ nach dem Marktstart im September verkauft, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.
Der nächste offizielle Prüfstein folgt am 24. November 2026, wenn Xiaomi die Zahlen zum dritten Quartal vorlegt. Bis dahin dürfte der Markt vor allem beobachten, ob sich die Kostenentlastung bei Komponenten in den Margen niederschlägt und ob die neue SUV-Reihe an den Erfolg der SU7 anknüpfen kann.
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