Xiaomi Aktie: Skynomad kostet unter 26.000 Euro

Xiaomi startet mit Skynomad eine zweite Fahrzeugmarke für Familien und setzt auf Hybridantrieb, um dem Preiskampf bei E-Autos zu entgehen.

Auf einen Blick:
  • Zweite Automarke Skynomad vorgestellt
  • Familien-SUV mit Hybridantrieb geplant
  • EREV-Markt schrumpft deutlich
  • Werk in Peking wird ausgebaut

Xiaomi weicht dem harten Preiskampf bei reinen Elektroautos aus. Der Konzern startet eine zweite Fahrzeugmarke namens Skynomad. Sie richtet sich an Familien und kostet umgerechnet unter 26.000 Euro. Das Signal an Anleger ist klar: Xiaomi sucht neue Nischen statt neuer Rabattschlachten.

Kursreaktion und Hintergrund

Die Aktie schloss am Freitag bei 2,65 Euro. Auf Wochensicht steht ein Plus von 7,94 Prozent zu Buche. Der 30-Tage-Trend zeigt dagegen ein Minus von 13,11 Prozent.

Seit Jahresbeginn verliert der Titel 40,98 Prozent. Auf Zwölf-Monats-Sicht beträgt das Minus sogar 57,78 Prozent.

Vom 52-Wochen-Hoch bei 6,51 Euro aus dem September 2025 trennen die Aktie noch immer 59,29 Prozent. Der Kurs bewegt sich damit klar näher am Jahrestief als am Jahreshoch.

Das Jahrestief markierte die Aktie am 26. Juni 2026 bei 2,34 Euro. Der Abstand dazu beträgt nur 13,20 Prozent. Auch der 50-Tage-Durchschnitt liegt mit 3,06 Euro noch über dem aktuellen Kurs.

Bruch mit der reinen Elektro-Strategie

Bisher setzte Xiaomi ausschließlich auf batterieelektrische Antriebe. SU7 und YU7 fahren beide rein elektrisch. Skynomad bricht mit diesem Muster.

Das neue Modell nutzt einen Verbrennungsmotor als Reichweitenverlängerer. Ein solcher Hybridantrieb nimmt Kunden die Angst vor leerem Akku. Zugleich öffnet die Marke ein Segment, das bisher vor allem Li Auto gehörte.

Das erste Modell trägt intern den Codenamen Kunlun N3. Es tritt gegen etablierte Familien-SUVs an: den Li L9, den Aito M9 und den Leapmotor D19. Die Markteinführung ist für die zweite Jahreshälfte 2026 geplant.

Werk in Peking wächst weiter

Parallel zur neuen Marke baut Xiaomi seine Fertigung aus. Das Werk in Beijing Yizhuang wächst weiter.

Xiaomi kaufte das erste Grundstück dort bereits 2021. Seit der Eröffnung 2023 produziert die erste Bauphase 150.000 Einheiten pro Jahr. Nach Abschluss der zweiten Phase soll die Gesamtkapazität auf rund 300.000 Einheiten steigen.

Der Konzern hat sich zudem ein weiteres Grundstück direkt daneben gesichert. Es soll die dritte Werksphase beherbergen. Verlässliche Angaben zur zusätzlichen Kapazität fehlen bislang, Schätzungen in Medienberichten schwanken deutlich.

Der Absatz bleibt vorerst fast komplett auf China konzentriert.

Riskanter Zeitpunkt für den Markteintritt

Der Vorstoß ins EREV-Segment kommt zu einem heiklen Zeitpunkt. EREV steht für Elektrofahrzeuge mit Reichweitenverlängerer. Das gesamte Marktumfeld für solche Hybridmodelle steht derzeit unter Druck.

Im Mai brachen die Wholesale-Verkäufe von EREV-Modellen um fast 25 Prozent ein. Das ist der stärkste monatliche Rückgang seit fünf Jahren. Selbst Marktführer Li Auto meldet Probleme.

Beim Flaggschiff L9 sanken die Auslieferungen in den ersten vier Monaten 2026 um 74 Prozent im Jahresvergleich. Xiaomi tritt also in einen schrumpfenden Markt ein.

Bei der Batterieproduktion setzt der Konzern zudem auf neue Partner. Laut Berichten sollen Sunwoda und CALB künftig einen Teil der bisherigen Lieferantenrolle von CATL übernehmen. Das soll die Abhängigkeit von einzelnen Batterieherstellern verringern.

Einordnung für Anleger

Skynomad passt in ein größeres Muster. Statt die Preise im überhitzten EV-Wettbewerb weiter zu senken, erschließt Xiaomi neue Marktsegmente und Antriebskonzepte.

Der Erfolg hängt jedoch stark vom Marktumfeld ab. Der gesamte EREV-Markt schrumpft gerade deutlich. Ob Skynomad neue Käufer gewinnt oder nur bestehende Xiaomi-Kunden zwischen den Modellreihen verschiebt, zeigt sich erst nach dem geplanten Marktstart in der zweiten Jahreshälfte 2026.

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