Xiaomi hat am 12. September mit der Kundenauslieferung seines ersten Extended-Range-Elektrofahrzeugs SkyNomad in 75 chinesischen Städten begonnen. Der Verkaufsstart war bereits am 7. September erfolgt, binnen vier Minuten gingen mehr als 10.000 feste Bestellungen ein – allerdings mit nicht rückerstattbarer Anzahlung, was die Vergleichbarkeit mit früheren Modellstarts einschränkt.
Vier Varianten, unterschiedliche Batterietechnik
Das SkyNomad-Portfolio umfasst vier Ausführungen zwischen 209.900 und 299.900 Yuan. Das Einstiegsmodell N70 Pro nutzt einen 52-kWh-Akku auf LFP-Basis mit 210 kW Leistung und kommt laut chinesischem CLTC-Zyklus auf 351 Kilometer rein elektrische Reichweite, kombiniert mit einem 1,5-Liter-Turbo-Range-Extender auf insgesamt 1.351 Kilometer Gesamtreichweite.
Xiaomi verbaut zudem NVIDIA-DRIVE-Thor-U-Chips mit 700 TOPS Rechenleistung sowie den Snapdragon 8 Gen 3.
Kurz nach dem Bestellstart senkte Xiaomi die Preise für die Max-Varianten um 20.000 bis 30.000 Yuan gegenüber den ursprünglichen Vorbestellpreisen – ein Signal, dass der Konzern die Nachfrage stützen will.
Analysten mit gespaltenem Bild
Die Einschätzungen zur Absatzstärke des SkyNomad gehen deutlich auseinander. Goldman Sachs rechnet für 2026 mit rund 110.000 verkauften Einheiten des neuen Modells, Deutsche Bank sieht die Spanne bei 70.000 bis 100.000 Fahrzeugen.
Barclays geht mit einer Prognose von insgesamt 450.000 ausgelieferten Fahrzeugen für Xiaomis gesamtes Autogeschäft im laufenden Jahr optimistischer heran – diese Zahl bezieht sich also nicht allein auf das neue Modell, sondern auf die komplette Fahrzeugflotte des Herstellers.
Der Zeitdruck ist real: Xiaomi hatte sich für 2026 ein Auslieferungsziel von 550.000 Fahrzeugen gesetzt, bis Ende August waren mit rund 246.475 Einheiten weniger als 45 Prozent erreicht. Im August selbst lieferte der Konzern 30.153 Fahrzeuge aus, ein Rückgang von 17,15 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat.
Zusätzlich belastet die schwächelnde Marge: Im zweiten Quartal 2026 verzeichnete das Autogeschäft einen operativen Verlust von 2,6 Milliarden Yuan, die Bruttomarge sackte von 26,4 auf 19,2 Prozent ab.
Kursreaktion bleibt verhalten
An der Börse zeigte sich die Aktie zuletzt volatil. Nach einem Kurssprung am Montag verlor das Papier am heutigen Dienstag rund 3,6 Prozent und notiert bei 2,94 Euro – nur knapp unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 3,03 Euro.
Seit Jahresbeginn steht ein Minus von 32 Prozent zu Buche, auf Sicht von zwölf Monaten sogar von 52 Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch bei 6,54 Euro aus dem vergangenen September ist der Titel damit 55 Prozent entfernt.
Der schwache Smartphone-Absatz und die angespannte Marge im Autogeschäft dürften Anleger vorerst weiter zur Vorsicht mahnen. Ob der SkyNomad die Wende bringt, hängt maßgeblich davon ab, wie sich die Nachfrage jenseits der ersten, anzahlungsgebundenen Bestellwelle entwickelt.
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