Xiaomi Aktie: Q2-Zahlen am 18. August entscheidend

Xiaomi steht vor richtungsweisenden Quartalszahlen: Analysten senken Erwartungen, während das EV-Geschäft wächst. Die Aktie bleibt angeschlagen.

Auf einen Blick:
  • Verwaltungsrat prüft Q2-Ergebnisse
  • Analysten senken Kursziele vorab
  • EV-Auslieferungen überzeugen, Margen unklar
  • Charttechnik signalisiert kurzfristige Schwäche

Kommendes Dienstag, am 18. August, prüft der Verwaltungsrat von Xiaomi die Ergebnisse des zweiten Quartals und entscheidet über eine mögliche Dividende. Für mich ist das der entscheidende Termin, an dem sich zeigt, ob die Aktie ihre Talfahrt stoppen kann.

Der Kurs notiert aktuell bei 2,87 Euro, ein Minus von 1,4 Prozent allein am heutigen Tag. Seit Jahresbeginn steht ein Verlust von 34 Prozent, auf Zwölfmonatssicht sind es sogar 51 Prozent. Wer im September noch bei 6,54 Euro investiert war, sitzt heute auf einem Abstand von 56 Prozent zum damaligen Hoch.

Die Erwartungshaltung ist bereits gedämpft

Der Konsens rechnet für das abgelaufene Quartal mit einem Gewinn je Aktie von 0,225 Yuan bei einem Umsatz von 116,84 Milliarden Yuan. Das klingt nach Wachstum, doch die Tonlage der Analysten passt nicht dazu.

JPMorgan senkte am 4. August das Kursziel auf 31,00 Hongkong-Dollar und begründete dies mit der Erwartung mittelmäßiger Ergebnisse. Auch Daiwa kappte am selben Tag das Ziel, wenn auch nur geringfügig, auf 32,00 Hongkong-Dollar – die Kaufempfehlung blieb dabei bestehen. Beide Häuser signalisieren damit: Die Substanz stimmt, aber die kurzfristigen Aussichten trüben sich ein.

Für mich ist genau das der Kern des Problems. Wenn selbst wohlwollende Analysten ihre Ziele vorsichtig nach unten anpassen, kurz bevor die Zahlen überhaupt vorliegen, dann spricht das gegen eine positive Überraschung. Auch CICC warnte im Vorfeld vor einem im Jahresvergleich schwächeren Ergebnis. Drei unabhängige Stimmen, eine Richtung – das lässt sich schwer wegdiskutieren.

Auto-Geschäft läuft, aber die Marge bleibt die offene Frage

Auf der Erfolgsseite steht das Elektroauto-Geschäft. Im ersten Halbjahr 2026 lieferte Xiaomi mehr als 80.000 Einheiten des SU7 aus – während Mercedes-Benz vom vergleichbaren CLA-Modell im selben Zeitraum gerade einmal 1.153 Fahrzeuge absetzen konnte. Das ist ein beeindruckender Marktanteilsgewinn und zeigt, dass Xiaomi im chinesischen Automarkt kein Nebendarsteller mehr ist.

Doch Stückzahlen allein reichen mir nicht als Kaufargument. Marktbeobachter blicken skeptisch auf die Margenentwicklung im EV-Segment, und genau diese Skepsis dürfte sich in den kommenden Zahlen niederschlagen. Ein SUV-Launch in der zweiten Jahreshälfte gilt als potenzieller Hebel – aber ob er die Margenfrage beantwortet, bleibt offen.

Parallel dazu will Xiaomi Berichten zufolge die Preise seiner kommenden Flaggschiff-Smartphones um 300 bis 500 Yuan anheben, um steigende Komponentenkosten aufzufangen. Das ist aus meiner Sicht ein zweischneidiges Signal: Es schützt die Marge im Kerngeschäft, könnte aber in einem umkämpften Markt Marktanteile kosten. Für Anleger, die auf stabile Stückzahlen setzen, ist das kein beruhigendes Zeichen.

Charttechnik untermauert die Vorsicht

Am 11. August kreuzte die Aktie im Handelsverlauf die 20-Tage-Linie nach unten, ein Signal, das technische Analysten als kurzfristig bearish werten. Das deckt sich mit dem aktuellen Bild: Der Kurs liegt mit 2,87 Euro knapp unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 2,89 Euro und deutlich unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 3,65 Euro, ein Abstand von 21 Prozent. Der RSI von 43,1 zeigt weder Überverkauft- noch Überkauft-Zustand, die Aktie befindet sich also charttechnisch in einer Art Schwebe.

Immerhin hat Xiaomi im Juni ein Aktienrückkaufprogramm über bis zu 20 Milliarden Hongkong-Dollar mit einjähriger Laufzeit verabschiedet. Das ist ein Stabilitätsanker, den ich nicht unterschätzen würde – er signalisiert Vertrauen des Managements in den langfristigen Wert, unabhängig von kurzfristigen Quartalsschwankungen.

Mein Fazit

Unterm Strich sehe ich für die kommenden Tage mehr Risiken als Chancen. Die Analystenreaktionen vor den Zahlen, die technische Verkaufslage und die ungeklärte Margenfrage im EV-Geschäft sprechen dafür, dass der 18. August eher zur Belastungsprobe als zum Befreiungsschlag wird. Das starke Auslieferungsvolumen beim SU7 zeigt zwar operative Stärke, doch solange die Marge nicht überzeugt, bleibt die Aktie für mich ein Fall für Geduldige, nicht für Optimisten.

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