Eigentlich sollte man meinen, dass ein Unternehmen mit einer Aktie, die seit Jahresbeginn rund 29 Prozent verloren hat, alles dafür tut, seine Kunden bei Laune zu halten. Xiaomi denkt da wohl anders. Ab Sonntag kosten mehrere Flaggschiff-Smartphones des chinesischen Konzerns zwischen 300 und 500 Yuan mehr als zuvor.
Die Chips werden teurer, der Kunde zahlt
Der Grund ist bekannt und gleichzeitig unangenehm: Speicherchips werden teurer, und diese Kostensteigerung gibt Xiaomi nun direkt weiter. Das ist keine Überraschung in der Branche, aber es ist eben auch kein Signal, das Anleger gerne hören, wenn die Aktie ohnehin schon auf dem Rückzug ist.
300 bis 500 Yuan klingen nach wenig. Umgerechnet sind das grob 40 bis 70 Euro. Bei Flaggschiff-Geräten, die ohnehin im vierstelligen Bereich liegen, mag das marginal wirken. Doch der Markt für Premium-Smartphones in China ist hart umkämpft, und Xiaomi sitzt da zwischen Huawei und Apple in einer nicht ganz komfortablen Position.
Marge retten oder Absatz riskieren?
Die eigentliche Frage ist, ob Xiaomi damit die richtigen Prioritäten setzt. Preiserhöhungen schützen die Marge, klar. Aber sie bremsen auch den Absatz, und Absatz ist das, womit Xiaomi seit Jahren seinen Markennamen gebaut hat: Viel Gerät für wenig Geld. Wer dieses Versprechen aufweicht, riskiert mehr als ein paar Prozentpunkte Marktanteil.
Die Aktie hat das in den letzten Tagen schon gespürt: minus 5,9 Prozent allein am Donnerstag, minus 6,2 Prozent in der Woche. Der 30-Tage-Wert sieht mit plus 21,8 Prozent zwar noch ordentlich aus, doch dieser Schwung ist gerade dabei, sich zu verflüchtigen. Nächste Earnings kommen erst Anfang November. Bis dahin bleibt die Preiserhöhung das lauteste Signal, das Xiaomi sendet. Ob es das richtige ist, darf bezweifelt werden.
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