Xiaomi-Aktie: Nur eine kurze Euphorie – aus Gründen!

Die Aktie von Xiaomi lässt nach ihrem Kurssprung vom Freitag bereits deutlich nach. Die Frage bleibt: Können Elektroautos die Bilanz der Chinesen retten?

Auf einen Blick:
  • Die Xiaomi-Aktie befindet sich am Montagmorgen bereits wieder deutlich unter Druck
  • Zuvor hatte ein Erfolg der E-Autos aus der neuen Skynomad-Reihe den Kurs angetrieben
  • Doch an der insgesamt angespannten Lage des chinesischen Konzerns ändert sich nichts
  • Trotz hoher Kursziele hat Xiaomi binnen eines Jahres die Hälfte an Börsenwert eingebüßt

Liebe Leserin, lieber Leser,

nach ihrem fulminanten Kurssprung vor dem Wochenende, muss die Aktie von Xiaomi am Montag mächtig Federn lassen. Bis auf genau 3,00 Euro waren die Papiere des chinesischen Technologie-Konzerns am Freitag in Frankfurt nach oben geschossen, ein Plus von zeitweilig gut elf Prozent, bevor sie bei einem Kurs von 2,94 Euro aus dem Handel ging. Am Montag im frühen Handel in Frankfurt rutscht die Xiaomi-Aktie um knapp sechs Prozent auf 2,78 Euro zurück. Die kurze Euphorie an den Märkten hatte freilich ihren Grund – und auch der schnelle Rücksetzer.

Xiaomi meldete 70.000 Skynomad-Bestellungen

Denn der chinesische Smartphone-Riese profitierte laut Medienberichten von einem überraschenden Erfolg im Segment der Elektroautos: Wie Xiaomi imittgeteilt habe, verbuchten die neuen Modelle – der Skynomad N90 und der Skynomad N70 – im ersten Monat nach ihrer Einführung 70.000 Bestellungen, wie unter anderem investing.com meldete. Xiaomi lieferte im September demnach bereits 10.000 Fahrzeuge aus der Reihe aus. „Damit stiegen die gesamten Fahrzeugauslieferungen in diesem Monat auf über 40.000 Einheiten, was dem bisher besten Monatsergebnis im Jahr 2026 entspricht“, so der Bericht.

„Natürlich lässt sich die Auftragslage des Xiaomi Skynomad nicht mit der des YU7 – Xiaomis überaus erfolgreichem SUV – vergleichen“, heißt es auf carnewschina.com. Angesichts des in China stetig schrumpfenden Marktes für Fahrzeuge mit Reichweitenverlängerer sei jedoch bereits der Eingang von 70.000 Festbestellungen „eine beachtliche Leistung“. Xiaomis Absatzziel für dieses Jahr liege allerdings bei 550.000 Fahrzeugen.

  • In den kommenden drei Monaten muss das Unternehmen die Verkaufszahlen bei E-Autos demnach deutlich steigern
  • Der September war bislang der einzige Monat des Jahres, in dem der Absatz die Marke von 40.000 Einheiten übertraf

Morgan Stanley senkt Xiaomi-Aktie auf Sell

„Das bedeutet, dass Xiaomis Autogeschäft in den verbleibenden drei Monaten des Jahres 2026 unter enormem Verkaufsdruck steht, wenn das zu Jahresbeginn gesetzte Ziel erreicht werden soll“, so der Bericht. Möglicherweise ist das auch der Grund, warum die Xiaomi-Aktie bereits wieder unter ihr Zwischenhoch aus dem September gefallen ist, als bis zu 3,07 Euro auf dem Kurszettel standen.

Und tatsächlich hat nach Informationen von goldesel.de Analyst Kevin Chen von Moragn Stanley seine Einschätzung für Xiaomi Corp. von Hold auf Sell gesenkt. Eine Begründung für die Herabstufung oder ein Kursziel seien in den vorliegenden Angaben nicht genannt worden, heißt es. „Damit ist die Änderung des Ratings ein vorsichtiges Signal, erlaubt aber keine Rückschlüsse darauf, welche Geschäftsbereiche oder Kennzahlen der Analyst besonders kritisch bewertet.“

Prognosen für Xiaomi bleiben hoch

Insgesamt beurteilen Analysten die Aktie von Xiaomi derzeit noch überwiegend positiv – trotz erheblicher operativer Risiken. Laut marketscreener.com empfehlen 23 von 31 erfassten Experten den Kauf, sechs raten zum Halten, lediglich zwei zum Verkauf. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 29,54 CNY, umgerechnet 3,94 Euro. Gemessen am zuletzt ausgewiesenen Kurs entspricht dies einem rechnerischen Aufwärtspotenzial von rund 40 Prozent.

Gleichzeitig trüben schwache Geschäftszahlen das Bild. Im zweiten Quartal 2026 sank der bereinigte Nettogewinn bei Xiaomi gegenüber dem Vorjahr um 42,6 Prozent auf 6,2 Milliarden Yuan. Steigende Speicherchippreise und intensiver Wettbewerb belasteten insbesondere das Smartphonegeschäft. Der Umsatz ging um 6,1 Prozent zurück.

  • Elektroautos und künstliche Intelligenz eröffnen Xiaomi zweifellos zusätzliche Wachstumsperspektiven.
  • Doch Kostendruck, sinkende Margen und hohe Investitionen könnten die Profitabilität länger belasten

Börsenwert binnen eines Jahres halbiert

Xiaomi bleibt somit eine spekulative Wachstumsaktie. Die Mehrheit der Analysten sieht Kurspotenzial, doch dessen Realisierung hängt wesentlich von einer operativen Erholung ab. Ob das gelingen wird, bleibt offen. Und was man nicht vergessen darf: Die Aktie hat im zurückliegenden Jahr noch immer rund die Hälfte ihres Werts eingebüßt

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