Xiaomi Aktie: Nettogewinn stürzt 43 Prozent ab

Steigende Speicherchip-Preise und schwache Verkäufe im Einstiegssegment setzen Xiaomis Smartphone-Gewinne massiv unter Druck.

Auf einen Blick:
  • Marktanteil in Nahost und Afrika gesunken
  • Verkäufe unter 100 Dollar brechen ein
  • Nettogewinn stürzt um 43 Prozent ab
  • Elektroauto-Sparte schreibt tiefrote Zahlen

Starke Verkaufszahlen auf dem Papier, schwindende Erträge in der Realität — bei Xiaomi klaffen Anspruch und Wirklichkeit derzeit auseinander. Der chinesische Technologiekonzern spürt die steigenden Preise für Speicherchips massiv. Besonders in preissensiblen Schwellenländern bricht das Fundament des Smartphone-Geschäfts weg.

Einbruch im Einstiegssegment

Neue Marktdaten für das erste Quartal 2026 zeichnen ein klares Bild. Im kombinierten Markt für den Nahen Osten und Afrika sanken die Smartphone-Auslieferungen spürbar. Xiaomis Marktanteil schrumpfte in dieser Region von 14 auf elf Prozent.

Besonders hart trifft es das Einstiegssegment. Geräte mit einem Verkaufspreis unter 100 US-Dollar verzeichneten einen dramatischen Einbruch um 41 Prozent. Der Grund dafür liegt in den Lieferketten. Eine akute Knappheit bei DRAM- und NAND-Speichern treibt die Komponentenkosten in die Höhe.

Für Volumenhersteller wie Xiaomi ist das ein toxisches Umfeld. Das Unternehmen kann die gestiegenen Produktionskosten im unteren Preissegment kaum an die Kunden weitergeben.

Gewinn schmilzt, Aktie am Tief

Diese regionale Schwäche spiegelt sich in der jüngsten Konzernbilanz wider. Der bereinigte Nettogewinn stürzte im Jahresvergleich um rund 43 Prozent auf 6,1 Milliarden Renminbi ab. Parallel dazu fiel die Bruttomarge im Smartphone-Geschäft auf 10,1 Prozent.

An der Börse hinterlässt diese Entwicklung tiefe Spuren. Am Freitag notiert das Papier bei 3,07 Euro und verliert 1,77 Prozent. Damit bewegt sich der Kurs gefährlich nahe am erst kürzlich markierten 52-Wochen-Tief von 3,04 Euro.

Seit Jahresbeginn summiert sich der Verlust auf über 31 Prozent. Der Abstand zur wichtigen 200-Tage-Linie verdeutlicht den intakten Abwärtstrend. Derzeit trennen den Kurs knapp 29 Prozent von diesem langfristigen Indikator.

Elektroautos als teure Wette

Ein kleines Gegengewicht liefert das Geschäft in Lateinamerika. Dort lieferte Xiaomi im abgelaufenen Quartal sechs Millionen Smartphones aus und sicherte sich 17 Prozent Marktanteil.

Indes erfordert der Umbau des Konzerns enorme finanzielle Ressourcen. Das neue Segment für Elektroautos und künstliche Intelligenz generierte zwar Milliardenumsätze, verbuchte operativ aber einen Verlust von 3,1 Milliarden Renminbi. Subventionen und teure Bauteile belasten hier die Profitabilität.

Für eine Trendwende an der Börse muss das Management das Margenproblem im Kerngeschäft in den Griff bekommen. Solange die Speicherpreise hoch bleiben, zwingt der Markt Xiaomi zu einer harten Wahl. Der Konzern muss entweder weitere Marktanteile im Budget-Segment opfern oder noch tiefere Einschnitte bei der Profitabilität akzeptieren.

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