Xiaomi zeigt sich heute auf der IFA in Berlin mit einem Auftritt, der die Ambitionen des chinesischen Konzerns in Europa unterstreichen soll. Mehr als 380 Produkte präsentiert das Unternehmen auf der Messe, dazu kommt die Ankündigung, die Smart-Home-Marke Mijia europaweit auszubauen. Im Zentrum der Präsentation stehen zudem ein KI-Ökosystem, der humanoide Roboter CyberOne sowie das Foldable Xiaomi 18 Fold.
Der große Auftritt fällt in eine Phase, in der Xiaomi in Europa an Boden verliert. Nach Daten von Counterpoint Research ist der Marktanteil des Konzerns auf dem europäischen Smartphone-Markt im zweiten Quartal auf 15 Prozent gefallen, ein Jahr zuvor lag er noch bei 19 Prozent.
Samsung und Apple teilen sich mit jeweils 34 Prozent die Spitze. Der gesamte europäische Smartphone-Markt schrumpfte im selben Zeitraum um 10 Prozent auf 35 Millionen Geräte.
Strukturelle Probleme überschatten die Bühnenshow
Die IFA-Präsenz kann die grundlegenden Probleme des Konzerns nicht verdecken. Der globale Smartphone-Markt dürfte nach Einschätzung von Counterpoint Research im Gesamtjahr um 14,3 Prozent schrumpfen, getrieben von Engpässen bei DRAM- und NAND-Speicherchips sowie steigenden Komponentenkosten.
Samsung rechnet in diesem Umfeld sogar mit einer Rückkehr zur Marktführung. Für Xiaomi verschärft das den Druck auf ohnehin angespannte Margen im Smartphone-Geschäft.
Die jüngsten Quartalszahlen belegen das Ausmaß der Belastung. Im zweiten Quartal lag der Umsatz bei 108,9 Milliarden Yuan, ein Rückgang von 6,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr, wenngleich das Volumen im Vergleich zum ersten Quartal um 9,9 Prozent zulegte.
Der bereinigte Nettogewinn brach im Jahresvergleich um 42,6 Prozent auf 6,2 Milliarden Yuan ein. Die Smartphone-Auslieferungen sanken um 26 Prozent auf 31,2 Millionen Geräte.
Elektroautos wachsen, aber mit Verlusten
Auch das Elektroauto-Segment liefert ein gemischtes Bild. Der Umsatz stieg im zweiten Quartal um 17,1 Prozent auf 3,5 Milliarden US-Dollar, doch operativ verbuchte die Sparte einen Verlust von 385 Millionen US-Dollar. Xiaomi hat sein Jahresziel für EV-Auslieferungen dennoch auf 550.000 Fahrzeuge angehoben – ambitioniert angesichts von nur 185.000 ausgelieferten Fahrzeugen im ersten Halbjahr.
Der Aktienkurs spiegelt die Skepsis der Anleger wider. Am heutigen Donnerstag verliert das Papier 3,1 Prozent auf 3,02 Euro, nach einem Schlusskurs von 3,12 Euro am Vortag.
Seit Jahresbeginn beläuft sich das Minus auf 30 Prozent, auf Zwölfmonatssicht steht ein Verlust von 50 Prozent zu Buche. Zum 52-Wochen-Hoch von 6,54 Euro, notiert im September vergangenen Jahres, beträgt der Abstand 54 Prozent.
Der nächste konkrete Prüfstein für die Aktie folgt bereits kommenden Montag: Am 7. September präsentiert Xiaomi in China das Xiaomi 18 Fold mit dem neuen Xring-O3-Chip, dazu das Xiaomi Pad 9 Pro Max sowie neue Elektrofahrzeuge der Marke Pengcheng. Ob dieser Launch als Wendepunkt für die angespannte Margensituation taugt, bleibt für Anleger die entscheidende Frage – eingepreist ist dieser Impuls im aktuellen Kursniveau bislang nicht.
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