Der Marktforscher Omdia beziffert den weltweiten Marktanteil des chinesischen Konzerns für das zweite Quartal 2026 auf nur noch 11 Prozent. Samsung kommt demnach auf 22 Prozent, Apple auf 20 Prozent. Xiaomi fällt damit im Ranking der größten Smartphone-Hersteller deutlich zurück und muss zusehen, wie die beiden Platzhirsche den Abstand vergrößern.
Trotz dieser Entwicklung hält das Management an seiner Kapitalrückführung fest. Xiaomi bestätigte am 18. Juli die Fortführung des im Juni gestarteten Aktienrückkaufprogramms mit einem Volumen von bis zu 20 Milliarden Hongkong-Dollar. Das Unternehmen setzt das Programm damit fort, obwohl der Konzern zugleich einen Gewinnrückgang einräumt. Für Anleger ist das ein Signal, dass die Führung trotz operativer Schwäche kein Vertrauen in die eigene Aktie verliert.
Analysten werden vorsichtiger
Das Analystenhaus Astrada Advisors stufte die Xiaomi-Aktie am 16. Juli auf HOLD herab. Begründet wird der Schritt mit Zweifeln an der Erreichbarkeit der Volumenziele für das Gesamtjahr 2026. Die Einschätzung fällt damit in dieselbe Woche wie die schwachen Omdia-Zahlen zum Marktanteil und passt zum Bild eines Unternehmens, das im hart umkämpften Smartphone-Geschäft an Boden verliert.
An der Kursreaktion lässt sich diese Gemengelage bereits ablesen. Am Freitag schloss die Aktie bei 3,03 Euro und büßte auf Tagessicht 1,43 Prozent ein. Seit Jahresbeginn steht für den Titel ein Minus von 29,93 Prozent zu Buche, vom 52-Wochen-Hoch bei 6,51 Euro aus dem September 2025 trennen die Aktie mittlerweile 53,39 Prozent. Die Erholung der vergangenen Wochen – der Kurs legte auf Monatssicht immerhin um 8,57 Prozent zu – reicht damit nicht annähernd, um den Rückschlag des vergangenen Jahres auszugleichen.
Neue Hardware soll Wachstum stützen
Auf der Produktseite versucht Xiaomi gegenzusteuern. Am 14. Juli stellte der Konzern in China die Redmi-Note-17-Serie vor. Kernstück der neuen Modelle sind Silizium-Kohlenstoff-Akkus mit einer Kapazität von 9.000 Milliamperestunden, für die Xiaomi eine fünfjährige Garantie gewährt. Mit der langen Akkulaufzeit und der ungewöhnlich langen Garantiezusage will das Unternehmen im preisumkämpften chinesischen Massenmarkt Kunden binden, während der globale Marktanteil insgesamt schrumpft.
Elektroautos als zweites Standbein
Abseits des Smartphone-Geschäfts bleibt die Elektroauto-Sparte ein Hoffnungsträger. Für das erste Quartal 2026 meldete Xiaomi die Auslieferung von 80.856 Fahrzeugen. Der Segmentumsatz erreichte 19,9 Milliarden Yuan, die Bruttomarge lag bei 22,7 Prozent. Diese Zahlen unterstreichen, dass sich das EV-Geschäft zu einem eigenständigen Wachstumstreiber entwickelt, während das klassische Smartphone-Geschäft an Boden verliert.
Für die Aktie ergibt sich damit ein zweigeteiltes Bild: Auf der einen Seite steht ein schrumpfender Marktanteil im Kerngeschäft und eine skeptischere Analystenmeinung zu den Jahreszielen. Auf der anderen Seite setzt der Konzern mit dem laufenden Rückkaufprogramm, neuen Smartphone-Modellen und einer wachsenden Auto-Sparte klare Gegengewichte. Ob das reicht, um die Marktanteilsverluste gegenüber Samsung und Apple zu stoppen, dürfte sich in den kommenden Quartalen zeigen.
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