Fast die Hälfte der Marktkapitalisierung ist weg. Seit dem Hoch im September 2025 hat die Xiaomi-Aktie einen Einbruch erlitten, der an den 74-Prozent-Absturz aus dem Jahr 2022 erinnert. Wer jetzt reflexartig „günstig“ ruft und auf das KGV von rund 17 schaut, macht es sich zu einfach. Denn Xiaomi ist gerade kein Smartphone-Unternehmen mehr, es ist auch noch kein richtiges KI-Unternehmen, und genau dazwischen liegt das Problem.
Die Zahlen lügen nicht
Schauen wir auf das, was wirklich passiert ist. In Q4 des Geschäftsjahres 2025 ist der Bruttogewinnbeitrag des Smartphone-Segments auf 15,1 Prozent des Gesamtbruttogewinns gefallen. In Q1 2024 waren es noch 40,9 Prozent. Gleichzeitig hat das Segment „Smart EV, AI und neue Initiativen“ auf 34,7 Prozent zugelegt, von praktisch null.
Der Jahresgewinn brach um 27,5 Prozent ein, getrieben von einem 40,6-prozentigen Einbruch beim Smartphone-Bruttogewinn. Der Schuldige: Speicherpreise. DDR5 ist seit September letzten Jahres um mehr als 400 Prozent teurer geworden, was Unternehmen wie Micron und SK Hynix freut, Xiaomi aber schmerzt. Und das Management sagt klar: Die hohen Speicherpreise bleiben uns noch eine Weile erhalten.
Viel zu früh für Entwarnung?
Das EV-Geschäft wächst, doch die Februar-Auslieferungszahlen zeigten Schwäche. Der Vorstand hält trotzdem an 550.000 Auslieferungen für 2026 fest. Ob das reicht, um den Markt zu beeindrucken, ist eine andere Frage. Denn der globale EV-Markt schwächelt gerade, zyklisch oder nicht. Hinzu kommt, dass die KI-Initiativen, humanoide Roboter in den eigenen EV-Fabriken, das hauseigene Sprachmodell MiMo v2 Pro, sogar eigene Chips, noch lange nicht groß genug sind, um den Umsatz nennenswert zu bewegen. Das ist kein Geheimnis, das ist schlicht der Stand der Dinge.
Xiaomi Corporation Aktie Chart
Was das KGV verschweigt
17x KGV auf TTM-Basis klingt verlockend. Doch das Forward-KGV ist teurer, weil das nächste Jahr voraussichtlich negative Gewinnentwicklung bringt. Beim EV/Sales-Verhältnis sieht es interessanter aus: 1,3x für das laufende Jahr gegenüber 12,8x bei Tesla. Für 2028 erwartet der Konsens sogar 1,0x. Wer also glaubt, dass Xiaomi die KI-Monetarisierung hinbekommt, bekommt das zu einem Preis, der noch kaum Phantasie eingepreist hat. Wer das nicht glaubt, sitzt in einer Valuefalle.
Kaufen nur mit offenen Augen
Die Talsohle beim Gewinn dürfte laut Analysten in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres 2026 erreicht sein. Aktien drehen meist ein paar Monate vor den Zahlen. Wer einen Anlagehorizont von drei bis fünf Jahren mitbringt und versteht, dass hier gerade ein Unternehmen seine Identität wechselt, findet auf dem aktuellen Niveau eine Einstiegschance. Wer nächstes Quartal Rückenwind erwartet, liegt wohl falsch. Xiaomi ist kein Smartphone-Konzern mehr. Ob es ein KI-Konzern wird, entscheidet über alles.
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