Eine kräftige Erholung nach wochenlangem Ausverkauf weckt Hoffnungen. Im gleichen Schritt warnt ein prominenter Analyst vor massivem Gegenwind. Jefferies sieht erhebliche Probleme im Kerngeschäft und beim ambitionierten Auto-Projekt.
Gewinneinbruch durch teure Speicherchips
Das erste Quartal 2026 enttäuschte auf ganzer Linie. Xiaomi meldete einen Umsatzrückgang von elf Prozent auf rund 99 Milliarden Yuan.
Der bereinigte Nettogewinn brach parallel dazu massiv ein. Am Ende stand ein Minus von 43 Prozent auf 6,1 Milliarden Yuan.
Die operative Marge schmolz von neun auf magere drei Prozent. Hauptgrund dafür sind explodierende Kosten für Speicherchips. Dieser Preisschock drückt die Profitabilität der Smartphone-Sparte erheblich.
Zwar verzeichnete Xiaomi Fortschritte bei der Preisgestaltung. Der durchschnittliche Verkaufspreis kletterte auf einen Rekordwert von 1.310 Yuan. Diese Entwicklung reichte bei 33,8 Millionen ausgelieferten Geräten aber nicht aus, um den operativen Gewinneinbruch zu stoppen.
Elektroautos schreiben tiefrote Zahlen
Neben den Handys belastet das neue Autogeschäft die Bilanz. Die Auslieferungen stiegen im ersten Quartal leicht auf fast 81.000 Fahrzeuge. Der Umsatz kletterte in diesem Segment auf rund 20 Milliarden Yuan.
Gleichzeitig weiteten sich die operativen Verluste drastisch aus. Die Sparte verbuchte ein Minus von 3,1 Milliarden Yuan. Das entspricht rund 5.600 US-Dollar Verlust pro verkauftem Auto. Zuvor hatte das Segment zwei Quartale in Folge die Gewinnschwelle erreicht. Ein harter Rückschlag.
Rückkaufprogramm und Skepsis
Das Management steuert inzwischen gegen. Ein Aktienrückkaufprogramm im Volumen von 20 Milliarden Hongkong-Dollar soll den Kurs stützen. Bisher kaufte das Unternehmen gut 30 Millionen Papiere zurück. Das entspricht lediglich 0,12 Prozent des ausstehenden Eigenkapitals.
Die Experten von Jefferies werten die operative Lage unverändert negativ. Sie stuften das Papier auf „Underperform“ ab. Das Kursziel senkte die Bank auf 25,49 Hongkong-Dollar. Die Analysten rechnen bis Ende 2027 mit anhaltend hohen Chipkosten.
Technisch bleibt die Situation angespannt. Die Aktie schloss am Freitag bei 2,65 Euro. Auf Wochensicht steht damit ein Plus von 7,77 Prozent auf der Anzeigetafel.
Der übergeordnete Trend weist jedoch weiterhin steil nach unten. Der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt beträgt deutliche 33,24 Prozent. Die Prognose von Jefferies deutet darauf hin, dass die drückenden Chipkosten das operative Geschäft über das laufende Jahr hinaus belasten.
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